Intelligenztests sagt nicht alles


Im September fand in der Mensa des Ulricianums eine Lehrerfortbildung zum Thema "Diagnostik und Intelligenztests" mit Dr. Gunter Groen aus Hamburg statt. Die Veranstaltung wurde vom Kooperationsverbund Aurich zur Förderung von Hochbegabung organisiert.


In dem Kooperationsverbund arbeiten die GS Lambertischule, die GS Finkenburgschule, die GS Westerende, die GS Egels und das Ulricianum zusammen. Ihr Ziel ist es, Interesse für das Thema zu erregen, Informationen über das Thema zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig in der Einzelfallarbeit zu unterstützen und Lehrkräfte, Eltern und Schüler zu beraten.

Der Referent, Dr. Groen, arbeitet als Psychotherapeut in Hamburg. Er verfügt über einen großen Erfahrungsschatz aus seiner Arbeit mit Jugendlichen und kann die Theorie mit der Praxis verbinden. 

Der Intelligenztest sagt nicht alles aus. Für die Lehrkraft ist es von Bedeutung, das Umfeld zu erkennen und zu verstehen. Erst in diesem Kontext kann das Testergebnis richtig eingeschätzt werden und - noch viel wichtiger - sinnvoll ausgewertet werden.

Der Test allein hilft also noch nicht weiter. Er kann Ausgangspunkt für die weitere Arbeit mit dem Schüler sein. Aber diese Arbeit kann nur erfolgreich werden, wenn der Schüler und die Eltern mitarbeiten. Das ist an sich keine so sensationelle Feststellung, es verdeutlicht aber, dass mit dem Etikett "hochbegabt" allein noch nichts erreicht ist.

Dr. Groen forderte für die besonders begabten Schüler eine ähnliche Routine ein wie sie für Schüler mit Lernschwächen längst besteht. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass nur 1/6 der Hochbegabten als Minderleister auffällig werden. Diese Schüler erfordern meist besondere Aufmerksamkeit der Lehrer und führen gelegentlich zu dem Vorurteil, dass Hochbegabte grundsätzlich "schwierige" Schüler seinen. Die meisten Hochbegabten (5/6) durchlaufen aber unproblematisch die Schule, arbeiten in vielen Projekten und Arbeitsgemeinschaften mit und sind eine Bereicherung für das Schulleben.

Nach den Ausführungen zur Testtheorie und der Erläuterung von Testaufgaben und Aufgabentypen gab es auch Gelegenheit Fragen aus der Praxis zu stellen. Am Ende waren die etwa 50 Teilnehmer mit der Fortbildung sehr zufrieden und gaben dies durch ihren Beifall zu erkennen. 

Die Mensa des Ulricianums gab für die Fortbildungsveranstaltung einen ansprechenden Rahmen ab. 
Farbe und Struktur des Daches geben für das Auge beruhigende Ausblicke.

 

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