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Hier will ich
versuchen, ein paar mehr oder weniger alltägliche, aber doch
hoffentlich interessante Fragen zu beantworten.. Ich will
versuchen, jede Woche ein anderes Thema zu beleuchten. Und wenn
euch etwas einfällt, was ihr immer schon mal wissen wolltet, könnt
ihr mir das per E-mail an maja.extra@gmx.de
schicken. Vielleicht schreibt ihr auch noch kurz, wo ihr das
aufgeschnappt habt, oder was euch schon mal dazu einfällt. Dann
weiß ich gleich, was ihr meint, und versuche in eurer Richtung
weiterzusuchen.
Na? ist das nicht
tolles Wetter draußen? Das lädt richtig zu einem Strandbesuch
ein, nicht wahr? Obwohl das Wasser wohl noch zu kalt sein mag, um
schwimmen zu gehen. Da sehnt man sich doch irgendwie schon nach
dem Sommer, denn es geht doch nichts über einen Spaziergang,
barfuss am Wasserrand... *träum*
Aber hier ist Vorsicht geboten! Denn ab Juni sind wieder die
Füße beim Strandspaziergang gefährdet. Dann nämlich ist wieder
Krebszeit, und Krebse kneifen ja bekanntlich in die Zehen, wenn
man ihnen zu nahe kommt. Also einen großen Bogen drum machen,
aber meistens laufen sie schon von selber weg, weil sie nämlich
viel mehr Angst haben als man selber.
Nur, ist euch schon mal aufgefallen, die meisten krebse, die einem
an der Nordsee über den Weg laufen, laufen seitwärts. Und das in
einem manchmal ganz beachtlichen Tempo! Schon erstaunlich, oder?
So, und nun kommen wir wieder zu unserer Mittwochsfrage: warum um
alles in der Welt laufen die denn seitwärts? Haben die sonst nix
zu tun? Außerdem sehen die doch gar nicht, wo sie hinlaufen, denn
die Augen sind, so wie sich das gehört, vorne am Kopf über dem
Maul. Aber sicher hat sich die Natur etwas dabei gedacht, und
Martina ist der ganzen Sache mal ein bisschen auf den Grund
gegangen...
Wenn wir in
Ostfriesland von Krebsen reden, die einem das Strandleben ein
bisschen versüßen *g* dann hat man meistens immer eine bestimmte
Sorte Krebs im Kopf: den Taschenkrebs! (Cancer pagurus) Wie der
aussieht, weiß glaube ich jeder. Rot, in gewisser Weise rund oder
oval, ein bisschen flach, mit kleinen Augen, zwei Scheren
etc.
Um jetzt zu erklären, warum er seitwärts läuft müssen wir uns
allerdings erst einmal einen anderen Krebs vorstellen. Eine
Garnele. Oder für Ostfriesen: Krabbe, oder Granat.. Wie das
aussieht ist auch nicht schwer zu raten. Zusammengerollt, klein
und rot. Ein Hummer sieht so ähnlich aus, nur viel größer. Und
Hummer oder die kleinen Krabben laufen für gewöhnlich ganz
normal vorwärts. Das liegt vor allem daran, dass sie einen
länglichen Körperbau haben. Am Kopf zwei Fühler, ein Maul,
rechts und link je eine Schere. Am Brustteil finden wir vier
Beinpaare, also acht Beine und abschließend kommt ein Schwanz.

Normaler Weise, wenn der Hummer keiner Hektik ausgesetzt ist,
benutzt er ganz gemütlich seine Beine, um vorwärts zu kommen. Da
die Beine aber sehr lang sind und recht eng hintereinander, kommt
der Hummer beim schnelleren Laufen leicht ins stolpern. Um dies in
Notsituationen zu vermeiden hat er einen Schwanz! Wird der Hummer
also bedroht, benutzt er seinen Schwanz als Antrieb und schwimmt
weg. Das geht viel schneller.
Nun zurück zu unserem Taschenkrebs. Beim Taschenkrebs ist der
Schwanzfortsatz hinter den Beinen im Laufe der Evolution
verkümmert. Daher wäre der Taschenkrebs echt schlecht dran, wenn
ein Räuber beschließt, ihn zu seinem Mittagessen zu machen. Denn
er kann ja nicht einfach wegschwimmen, er hat ja keinen Schwanz.
Was überlegt sich der Taschenkrebs in seiner Not? (ok, er kann
nicht wirklich denken, so wie wir das tun, das hat sich wohl eher
zufallsmäßig entwickelt.)
Aber was tut er? Er rennt einfach seitwärts, in der Hoffnung,
sich nicht in eine Sackgasse zu manövrieren und versucht so,
seinem Feind zu entkommen. Ansonsten benutzt er seine schönen
Scheren, um sich zu verteidigen.
Also wenn ihr dann das
nächste mal wieder am Strand seit, wisst ihr nun warum der Krebs
seitwärts vor euch wegrennt.
Na denn bis zum nächsten mal,
Martina
Wusstest
Du schon ...? - Lexikon
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