Herzlich Willkommen bei unserer neuen Rubrik „Wusstest Du schon...?“
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Hier will ich versuchen, ein paar mehr oder weniger alltägliche, aber doch hoffentlich interessante Fragen zu beantworten.. Ich will versuchen, jede Woche ein anderes Thema zu beleuchten. Und wenn euch etwas einfällt, was ihr immer schon mal wissen wolltet, könnt ihr mir das per E-mail an maja.extra@gmx.de schicken. Vielleicht schreibt ihr auch noch kurz, wo ihr das aufgeschnappt habt, oder was euch schon mal dazu einfällt. Dann weiß ich gleich, was ihr meint, und versuche in eurer Richtung weiterzusuchen.

Na gut, da wären wir wieder...
Draußen scheint die Sonne und wir müssen hier drinnen im Unterricht schwitzen. Da wird man auch schon mal neidisch auf die braun gebrannten Bauarbeiter, die zwar draußen die schwerere Arbeit tun, aber immer hin draußen sind. So kommt es, dass man wohl mal träumend an seinem Bleistift kaut und mit seinen Gedanken ganz wo anders ist... Und auf einmal macht es "knack" - und der Bleistift ist durchgebrochen... Hmmm, sieht schon spannend aus, so ein Bleistift von innen. eine graue Miene, eingeschlossen von Holz. Manchmal auch Plastik, weiches versteht sich, damit man den Stift auch anspitzen kann. Meistens ist diese Sorte dann auch biegsam... (Habe ich mir nicht ausgedacht, gibt es wirklich! *staun*) 
Das ist aber eher die Ausnahme. Der gewöhnliche Bleistift besteht aus Holz und hat oft am Ende einen Radiergummi. Sehr praktisch. Ein normaler Fabrikbleistift besteht aus einem zweiteiligen Holzmantel, aus dessen Mitte jeweils eine halbrunde Rille herausgefräst wird, in der dann später die Miene liegt. Die beiden Hälften werden mit dem selben weißen Kleber zusammen geleimt, wie auch die Miene, die in der Rille festgeklebt wird, damit sie nicht einfach wieder rausrutscht. 
Jetzt muss man sich das aber nicht so vorstellen, dass jeder Bleistift einzeln hergestellt wird, sondern (vermutlich je nach Hersteller) im 9er-Pack. Also zwei Holzplatten, jeweils halb so dick wie ein Bleistift. Da werden dann die Rillen hineingefräst und die Mienen kommen dazu. Dann auseinander sägen, noch anspitzen und fertig. Die einzelnen Holzbleistifte werden dann noch in einen Farbbottich geworfen, damit sie auch ein bisschen bunt sind.
Und zu guter Letzt kommt noch in goldenen Lettern der Firmenaufdruck, damit man auch weiß, von wem der Bleistift ist.

Kommen wir nun zu dem wichtigsten Teil des Bleistiftes: der Miene
Die Miene, man wird es kaum glauben, besteht aus Blei? - Nein falsch! Sie besteht aus Graphit. 
Graphit ist reiner Kohlenstoff, aber keine Kohle. Wenn man ganz von vorne anfängt, besteht Graphit aus Pflanzenresten, die über Jahrmillionen in aufgeschichteten Mooren plattgedrückt wurden. Durch den immer stärker werdenden Druck, der durch immer mehr Pflanzenschichten aufgebaut wird, entweicht zunächst Wasser und dann Gase aus dem toten Pflanzenmaterial, und letztendlich wird alles auf die Kohlenstoffatome reduziert, welche hinterher die Kohle und später das Graphit schwarz färben.
Dieser Vorgang lässt sich jetzt so grob in zwei bis drei Sätzen erklären; in Wirklichkeit dauert der ganze Prozess viel länger. So ungefähr 1.000 Mio. Jahre und länger. Also richtig lange. 

Kohle hin oder her, wenn das Graphit endlich im Bleistift landet, ist es kein reines Graphit mehr, sondern mit mehr oder weniger Ton vermischt. Je nachdem, wie hart oder weich die Miene sein soll. 
Das Graphit wird zu Pulver verarbeitet, genau wie der beigefügte Ton, und beides wird mit Wasser vermengt zusammengemischt. Dann hat man eine grau-schwarze Paste, die in langen Streifen auf ein Fließband zum Trocknen gelegt wird. Wenn die Streifen trocken sind, kann man zwar schon damit hantieren, aber das Material ist immer noch relativ brüchig. Also kommt es für ca. 90 Minuten in einen superheißen Ofen zum Brennen. So wie man das auch vom Ton brennen kennt.  

Die Bleistifthärten sind grob in drei Stufen eingeteilt. Je weicher die Miene ist, umso weniger Ton wurde beigemischt. Der Stift ist relativ schwarz. Und weil wir ja so gerne in Englisch denken, heißt Schwarz auf Englisch "black", also wird der Stift mit B gekennzeichnet.
Bei besonders viel Ton ist die Miene dann ganz hart, also "hard", sprich "H".
Die mittlere Stärke ist HB, eine Mischung aus "hard" und "black"

So, jetzt wisst ihr, womit ihr im Unterricht eure Dreiecke zeichnet. Nämlich mit milloinen Jahre altem Material. Cool, nicht wahr?!

Also bis zum nächsten mal, 
Martina   

Wusstest Du schon ...? - Lexikon 

 

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zuletzt geändert: 16.06.04 16:04:38
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