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Hier will ich
versuchen, ein paar mehr oder weniger alltägliche, aber doch
hoffentlich interessante Fragen zu beantworten.. Ich will
versuchen, jede Woche ein anderes Thema zu beleuchten. Und wenn
euch etwas einfällt, was ihr immer schon mal wissen wolltet, könnt
ihr mir das per E-mail an maja.extra@gmx.de
schicken. Vielleicht schreibt ihr auch noch kurz, wo ihr das
aufgeschnappt habt, oder was euch schon mal dazu einfällt. Dann
weiß ich gleich, was ihr meint, und versuche in eurer Richtung
weiterzusuchen.
Bei den Frauen ist es
ein sehr wichtiges Gesprächsthema und ein äußerst beliebter
Läster-Stoff, aber auch bei den Männern gewinnt es langsam aber
sicher immer mehr an Aufmerksamkeit. Morgens verbringen sowohl
Weiblein als auch Männlein Stunden im Badezimmer, um sich
ausgiebig damit zu befassen und nerven damit häufig alle anderen
Angehörigen, die auch gerne noch ins Bad wollten, um eigentlich
genau das selbe zu betreiben. Na habt ihr schon erraten, worum es
heute geht?
Noch ein kleiner Tipp: es bedeckt unseren Körper überall und hat
hauptsächlich eine wärmende und schützende Funktion. Nein,
nicht die Haut, die zwar auch wichtig ist, aber heute geht es um
die Haare! Ein sehr gesellschaftsrelevanter Körperteil.
Aber was ist an den
Haaren denn nun so besonders? Eigentlich sind sie doch nur tote
Materie. Sprich: aneinandergereihte, tote Zellschichten aus Horn.
Genau wie unsere Finger- und Fußnägel übrigens auch.
Obwohl, ganz tot stimmt auch wieder nicht, denn an der Haarwurzel
gibt es Nerven, die kleine Bewegungen, wie einen Luftzug oder
ähnliches registrieren und dann das Haar aufstellen. Man bekommt
eine Gänsehaut, denn die Wärme soll ja am Körper gehalten
werden.
Auch leben tut ein Haar nicht sehr lange, zumindest nicht lange im
Vergleich zu unserem eigenen Leben. Schon bevor man geboren wird,
fangen die Haare an zu wachsen. Das heißt, es bilden sich in der
Kopfhaut, aber auch überall sonst am Körper sogenannte
Haarfollikel, aus denen später die Haare wachsen. Schimpansen
haben übrigens genauso viele Haarfollikel wie ein Mensch... Mit
dem Unterschied, dass beim Menschen nicht jeder Haarfollikel, der
in der Haut aufgebaut wurde, auch ein Haar wachsen lässt. Bei den
Männern existiert jedoch auch das Phänomen, das in der
Gesichtshaut bereits Haarfollikel vorhanden sind, aber erst in der
Pubertät "aktiviert" werden.

Verankert ist ein Haar
in der Kopfhaut mit der Haarzwiebel. Sozusagen aus der Haarzwiebel
heraus wächst das Haar nach oben, durch die Kopfhaut hindurch,
vorbei an einer Talgdrüse, die das Haar einfettet. Wenn diese
Talgdrüse zu aktiv ist, oder man sich länger nicht die Haare
wäscht, produziert diese Drüse zuviel Talg und das Haar wird
fettig. Das was dann aus dem Kopf herausguckt ist der sogenannte
Haarschaft. Und jetzt kommen wir zu einem ganz interessanten
Aspekt: wie schafft es die Natur, dass einigen Menschen wilde,
krause Locken wachsen und andere hingegen schönes glattes Haar?
Große Frage, einfache, fast beleidigende Antwort.
Bei manchen Menschen ist der Haarfollikel, aus dem das Haar
wächst, einfach krumm!
Man muss sich diesen Follikel vielleicht als eine klitze kleine
Röhre vorstellen, die gebogen ist und deshalb auch gebogene Haare
produziert. Bei den einen etwas mehr gebogen, bei den anderen
etwas weniger und schon hat man sehr verschiedene Haarformen. Im
Laufe des Lebens kann sich die Form des Haarfollikels allerdings
auch verändern. Manchmal nach etwas mehr lockig, manchmal etwas
glatter.
Das Haar an sich ist
aus drei Schichten aufgebaut.
In der Mitte befinden sich sogenannte Markzellen, die von einer
Schicht Faserzellen umgeben sind. Hier befinden sich die
Farbpigmente, die die Haarfarbe ausmachen. Diese Farbpigmente,
Melanin genannt, werden im Haarfollikel aufgebaut, und zwar aus
körpereigenen Aminosäuren. Spannend dabei ist, dass sich aus nur
zwei verschiedenen Melanin-Typen die ganzen vielen verschiedenen
Haarfarben zusammenmischen. Hierfür gibt es Eumelanin und
Phaeomelanin, wobei das erste für die Schwarzfärbung der Haare
verantwortlich ist, und das Zweite für die Rot-/Blondfärbung.
Menschen mit besonders blonden Haaren besitzen also viel
Phaeomelanin, Menschen mit Schwarzen Haaren besonders wenig,
dafür aber mehr Eumelanin. Mischtöne wie Brünett oder
Dunkelblond setzen sich aus verschiedenen Konzentrationen beider
Melanine zusammen. Jemand mit roten Haaren besitzt nur
Phaeomelanine.
Um die Faserzellen
herum ist eine schuppenartige durchsichtige Zellschicht gelagert,
durch die die Farbe hindurch scheint. Diese Schicht schütz die
Haare vor zum Beispiel Austrocknung. Ich denke also, wenn man sich
die Haare färbt, was Frauen ja mit besonderer Vorliebe
praktizieren, färbt man diese äußere, durchsichtige Schicht und
überdeckt die eigentliche Haarfarbe nur. Aber zu viel Farbe
schädigt diese Schutzschicht. Von daher also: nicht zu viel des
Guten!!
Nun haben wir noch
eine Frage offen: Wie lange und wie schnell wachsen Haare denn so
durchschnittlich? Das ist in sofern eine ganz wichtige Frage, weil
einige Männer im hohen Alter doch mit recht spärlicher
Haarpracht gesegnet sind...
Nun, bei Männern wachsen Haare 2 bis 4 Jahre, bei Frauen sind es
gleich 4 bis 6 Jahre. Danach durchleben sie noch ein bis zwei
Ruhephasen, bevor sie dann ausfallen. Dann wächst an dieser
Stelle ein neues Haar aus dem Haarfollikel. Das wiederholt sich
dann so 10 bis 12 mal, bis der Haarfollikel keine Haare mehr
produziert. Naja, und wenn einem jeden Tag so ca. 60 bis 100 Haare
ausfallen, kann sich jeder selber ausrechnen, wann er mit einer
Glatze rumrennen wird.
Zu allem Überfluss wachsen Haare ungefähr einen Millimeter in
drei Tagen und das aufs ganze Jahr Hochgerechnet ergibt ungefähr,
15 cm. Spätestens nach 40 bis 50 cm Wachsleistung gibt ein Haar
aber auf und fällt aus.
Einige Menschenmögen glauben, das Haare schneller wachsen, wenn
man öfter zum Friseur geht und sie schneiden lässt. Das ist ein
totaler Trugschluss, denn dem Haar ist es völlig egal, wie oft es
gekürzt wird, schneller wachsen tut es dadurch nicht. Jemandem
mit einer Kurzhaarfrisur mag es vielleicht nur so vorkommen, weil
es einfach mehr auffällt, wenn das Haar wieder ein wenig länger
geworden ist, als bei langen Haaren. Und es freut höchstens den
Friseur, wenn man öfter bei ihm auftaucht.
Na gut, soviel erstmal zu den
Haaren. Dann wünsch ich euch viel Spaß beim frisieren und seit
ein bisschen vorsichtig mit euren Haaren...
Bis zum nächsten mal, Martina
Wusstest
Du schon ...? - Lexikon
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