Herzlich Willkommen bei unserer neuen Rubrik „Wusstest Du schon...?“
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Hier will ich versuchen, ein paar mehr oder weniger alltägliche, aber doch hoffentlich interessante Fragen zu beantworten.. Ich will versuchen, jede Woche ein anderes Thema zu beleuchten. Und wenn euch etwas einfällt, was ihr immer schon mal wissen wolltet, könnt ihr mir das per E-mail an maja.extra@gmx.de schicken. Vielleicht schreibt ihr auch noch kurz, wo ihr das aufgeschnappt habt, oder was euch schon mal dazu einfällt. Dann weiß ich gleich, was ihr meint, und versuche in eurer Richtung weiterzusuchen.

Wir leben hier ja in Ostfriesland, und eine der Lieblingsbeschäftigungen der Ostfriesen ist... natürlich das Teetrinken. Ohne die morgendliche Tasse Tee läuft bei einem richtigen Ostfriesen gar nichts. Man könnte fast sagen, die Ostfriesen hätten das Teetrinken erfunden. Aber das stimmt nicht so ganz. 

Der Tee an sich wurde in China entdeckt, lange bevor Ostfriesen überhaupt schreiben konnten. *g* Nein Scherz, was vor 5000 Jahren in Ostfriesland los war, weiß ich nicht genau. Aber in China beschäftigte man sich schon eingehend mit der Wirkung von Teeblättern. Es gibt viele Legenden um die Entdeckung von Tee. Eine erzählt von einem chinesischen Kaiser, dem beim Abkochen von Wasser Teeblätter in den Kessel gefallen sind und er am Ende ein wohlschmeckendes Getränk erhielt. 
Seit dem kocht man in China Tee. Erst 552 n. Chr. brachten buddhistische Mönche den Tee auch nach Japan, und in China erhob man 618-907 n. Chr. Tee zur allgemeinen Handelsware. So wurde der Teegenuss auch dem einfachen Volk ermöglicht und blieb nicht nur ein Privileg des Adels. 

1610 begann der Teehandel zwischen Europa und Japan. Per Schiff gelangte Tee nach Amsterdam in Holland. Die Holländer waren 50 Jahre lang der einzige Teeimporteur in Europa. 1669 stiegen die Engländer mit in das Teegeschäft ein, nachdem Karl III. die Teestunde offiziell an seinem Hof eingeführt hatte. Sie hatten mit ihrer East India Company bin 1833 das Teemonopol in Europa.
Nach Russland gelangte der Tee als Geschenk an den russischen Zaren erst im 17. Jahrhundert, und zwar über Land auf der Seidenstraße. Die Seidenstraße war die einzige Handelsverbindung zwischen Europa und Asien, die nicht übers Wasser führte. 
Der Tee, der auf diesem Wege nach Europa gelangte hatte den Vorteil, dass er keinen moderigen Beigeschmack hatte, wie der Tee, der auf den Schiffen in feuchten, geteerten Lagerräumen transportiert wurde. Man betrachtete den Tee der Seidenstraße als hochwertigeren Tee und so wurde er, in Russland zumindest, ohne Zucker getrunken. 
Ebenfalls im 17.Jahrhundert gelangte der Tee auch nach Neu-England, also nach Amerika. Da sich England gerade in einer Finanzkrise befand, erhob es auf Tee besonders hohe Steuern. Dies empörte die Amerikaner, und noch bevor die East India Company etwas unternehmen konnte, kam es zu der "Boston Tea Party". 

Als William Bentinck 1834 begann den Teeanbau in Indien zu übernehmen, verliert China schließlich seine  hohe Stellung im Teeexport. Heute ist Indien eine der führenden Tee-Nationen der Welt. China, Japan, Indonesien und Afrika folgen.
In den 20ern wurden Tanztees äußerst populär, und Tee Trinken wurde zum Gesellschaftsevent. 

So. Viel Geschichte, wenig Sinn. Bzw. viel geredet, aber eigentlich wissen wir jetzt immer noch nicht, was Tee eigentlich ist.
Tee, Camellia sinensis, ist ein Baumgewächs, das tropisches oder subtropisches Klima bevorzugt. Es gibt zwei Unterarten des Tees. Assam-Tee (Camellia sinensis var. assamica), der in tropischen Gebieten wächst und ungefähr 15 m hoch wird; und der China-Tee (Camellia sinensis var. sinensis), der sich zu einem buschähnlichen Gewächs in subtropischen Gebieten entwickelt. Am besten wachsen Teebäume an Berghängen, ähnlich wie Wein, denn sie benötigen viel Sonne, vertragen aber keine stehende Nässe. 
Nach drei bis fünf Jahren kann man zum ersten Mal Teeblätter von einer Pflanze  ernten. Sie werden von Hand gepflückt, wobei die jungen Teeblätter an der Spitze des Astes die besten Blätter sind und den feinsten Geschmack entwickeln. Aus 20 bis 30 kg Blättern werden ca. 5 bis 7 kg Tee. Je nach Verarbeitung wird aus den Blättern dann schwarzer oder grüner Tee. 
Schwarzer Tee wird zunächst getrocknet und danach gerollt. Dadurch verlieren die Blätter an Feuchtigkeit und es gelangt Sauerstoff an den Zellsaft, da die Zellwände durch das Rollen brechen. De Zellsaft bildet beim anschließenden Fermentieren die Farbe und das typische Teearoma. Danach werden die Blätter wieder getrocknet, wodurch sie sich von dunkelrot nach schwarz färben. Der Zellsaft trocknet an den Blättern fest, und wird später wieder im heißen Wasser abgegeben. Daher bekommt der Tee seine dunkle Farbe. Als letztes wird der Tee gesiebt und verpackt. Man unterscheidet großblättrigen und kleinblättrigen Tee, wobei aber die Größe nichts mit der Qualität zu tun hat. Dann kommt der Tee in Holzkisten, die mit Metallfolie ausgelegt sind und wird verschifft. 

Grüner Tee unterscheidet sich in seiner Herstellung von schwarzem Tee lediglich dadurch, dass er nicht fermentiert wurde. Also kann der Zellsaft sich bei diesem Vorgang auch nicht rot färben. Der Vorteil von grünem Tee ist jedoch, dass durch die fehlende Fermentation mehr Nährstoffe erhalten bleiben. Er ist damit also gesünder. 

So, nun wisst ihr ein bisschen etwas über das "National"Getränk der Ostfriesen, und könnt beim nächsten Mal etwas andächtiger eure Tasse Tee schlürfen.
Bis dann, Martina

Wusstest Du schon ...? - Lexikon 

 

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zuletzt geändert: 02.02.05 15:34:01
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