Herzlich Willkommen bei unserer neuen Rubrik „Wusstest Du schon...?“
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Hier will ich versuchen, ein paar mehr oder weniger alltägliche, aber doch hoffentlich interessante Fragen zu beantworten.. Ich will versuchen, jede Woche ein anderes Thema zu beleuchten. Und wenn euch etwas einfällt, was ihr immer schon mal wissen wolltet, könnt ihr mir das per E-mail an maja.extra@gmx.de schicken. Vielleicht schreibt ihr auch noch kurz, wo ihr das aufgeschnappt habt, oder was euch schon mal dazu einfällt. Dann weiß ich gleich, was ihr meint, und versuche in eurer Richtung weiterzusuchen.

Im Moment ist ja gerade wieder Hochsaison für süßes Zeug und schon seit Monaten stehen die Regale voll mit irgendwelchen Leckereien, die bis Weihnachten eigentlich gar keiner mehr essen möchte... Die meisten dieser leckeren Süßigkeiten, wie zum Beispiel der beliebte Weihnachtsmann sind ja nun überwiegend aus Schokolade, oder zumindest damit verziert. Also stellt sich sehr passend die Frage: wo kommt eigentlich die Schokolade her?
Nun, meistens kommt sie aus eher wärmeren Gebieten, oder besser gesagt, das Rohmaterial für die Schokolade. In Kuba, Ecuador, oder der Dominikanischen Republik gibt es viele Kakao-Plantagen, genauso wie in Madagaskar oder Südamerika. Kakao ist nämlich der Hauptbestandteil der Schokolade und enthält richtig viele Nährstoffe. Die Kakaopflanze ist ein Baum und trägt große bohnenartige Früchte, die wiederum kleine Kakaobohnen enthalten. Diese Bohnen sind zunächst hell und werden, nachdem sie in großen Holzkisten zum Gären gesammelt wurden, mit der Zeit dunkel. Probiert man nun eine der Bohnen, schmecken sie bitter. Während des Gärens entwickeln sie zwar Aromastoffe, allerdings werden diese erst nach dem Trocknen auf großen Holzschubladen schmeckbar. Die Kakaobohnen trocknen ein bis zwei Wochen und werden dann in Säcke gefüllt und verschifft. Kakaobohnen sind sehr empfindlich, und manchmal kommt es vor, dass ganze Säcke auf der Reise von zum Beispiel Papua Neuguinea einfach verschimmeln. Dann kann leider keine Schokolade mehr aus den Kakaobohnen werden... Manchmal eignen sie sich jedoch noch zur Gewinnung von Kakaobutter, die zwar auch zur Herstellung von Schokolade benötigt wird, in diesem Fall aber nur noch für die Kosmetikindustrie verwendet werden kann. 

Hat die Kakaoladung die Reise (manchmal 4 bis 8 Wochen lang) heil überstanden, wird sie zu den einzelnen Schokoladenfirmen gebracht. Dort wird der Kakao zunächst einmal gereinigt  und danach geröstet. Das geschieht bei ca 90° C bis 160° C (für Schokolade) oder 160°C bis 120°C (für Kakaopulver). Ganz schön heiß. Aber bei diesen Temperaturen können sich die Aromen noch weiter entwickeln und die Bohnen werden noch zusätzlich getrocknet. Allerdings ist die Sache mit der Röstung eine ziemliche Gratwanderung, denn werden die Bohnen zu heiß, gehen die Aromen, die hinterher den feinen Schokoladengeschmack ausmachen verloren. 
Nach dem Rösten werden die Bohnen geschält, denn die Schale ist ungenießbar. Zusätzlich werden die Bohnen noch gebrochen, um sie hinterher weiter zu Pulver verarbeiten zu können. Die Schale wird mit Hilfe eines Gebläses während des Vorgangs einfach weg geblasen. 
Zur ersten Veredelung der Kakaobohnen, die jetzt Bruchbohnen sind, werden die Bruchstücke großem Druck ausgesetzt und zusätzlich Malz-, Zucker- und Salz- Lösung zugeführt. Dadurch werden unerwünschte Geschmacks- und Geruchsstoffe überdeckt und entfernt. Hiernach werden die Kakaobohnen gemahlen. 

Dabei tritt Kakaobutter aus, das in den Kakaobohnen enthaltene Fett, und das vermeintliche Mehl wird zu einer flüssigen Masse. Dieser flüssigen Masse werden nun die Zutaten beigefügt und alles fein verrührt. Danach wird sie gewalzt, denn es befinden sich nun in der Kakaomasse kleine Stückchen, die später nicht mehr zu spüren sein sollen. Dazu durchläuft die Kakaomasse mehrere Feinwalzen und wird ziemlich dünn gewalzt, sodass sie ganz krümelig wird. Das kommt daher, dass sich die Kakaobutter, die vorher für die flüssige Kakaomasse verantwortlich war nun in den Spalten der kleinen, kleinen Zutaten- und Kakaobohnenstückchen verschwunden ist.
Jetzt wird die Kakaomasse conchiert. Sie kommt also in einen ca. 90°C warmen Behälter und wird ständig und immer wieder umgewälzt. Durch dei Wärme wird die Masse wieder flüssig und geschmeidig. Je nach Schokoladenart dauert das Conchieren 12 bis 42 Stunden. Bei hochwertigen Schokoladen sogar bis zu 72 Stunden oder noch mehr. Während des Vorgangs wird der Masse durch die Wärme noch weiter Feuchtigkeit entzogen. 
Nach dem Conchieren wird die Schokoladenmasse langsam abgekühlt und dabei darauf geachtet, dass die Kakaobutter nicht auskristaliert. Das tut dem Geschmack zwar nichts zur Sache, aber es entstehen weiße Flecken, die unappetitlich aussehen. Durch das langsame Abkühlen der Schokoladenmasse bekommt die Schokolade ihren matten Teint und das nette "knack-" Geräusch beim Abbrechen. Noch flüssig wird sie in Formen gefüllt, oder aber zur Verzierung und Pralinenverarbeitung weiter verwendet. 

Zum Schluss wird die Schokolade natürlich noch verpackt und in die Regale einsortiert, sodass uns kurz nach Ostern schon wieder die Weihnachtsmänner anlachen. 
Also dann lasst euch mal Weihnachten fein auf der Zunge zergehen!
Bis zum nächsten mal, Martina

Wusstest Du schon ...? - Lexikon 

 

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zuletzt geändert: 09.12.04 12:07:19
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