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Der Ulricianer 2002 - Seite 17 |
30 Jahre nach
dem Abitur
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Photo der Klasse 13 m1 vom 15.05.72; von links nach rechts(mit erlerntem Beruf, soweit bekannt) Wiard Cordes (Gymnasiallehrer), Peter Plantiko (Arzt) Joachim Kolsch (Dipl.Psychologe), Willi Petersen (Dipl. Chemiker), Jürgen Billich(Dipl.Ingenieur ?), Hartmut Förster(Dipl Elektronikingenier), Arnd - Dieter Ubben Gymnasiallehrer), Norbert Backa (Klassenlehrer), Gerold Janssen (Berufsschullehrer), Holger Noah (Arzt), Horst Nosofsky (Musiker?), Rainer Janssen( Dipl. Mathematiker), Peter Fecht (Dipl. Pädagoge/Lehrer), Hans - Hermann Schäfer (Polizeibeamter), Rainer Betten (Umwelttechniker), Hermann Weissig Polizeibeamter), Gerd- Peter Gerdes (Gymnasiallehrer). Abifeier, nein danke! Als einer der letzten Jahrgänge vor der reformierten Oberstufen machten wir 1972 bereits am 15. Mai das Abitur. Die Zeit zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung haben wir in erster Linie im "Blauen Haus" bei Stiefeltrinken und Soleierverzehren zugebracht. Am Wochenende trampten wir nach Norddeich zu "Meta”. Wir versicherten uns täglich gegenseitig, dass wir am nächsten Tag mit den Vorbereitungen für die mündliche Prüfung endlich beginnen wollten. Daraus wurde bei den meisten nichts, denn kaum einer stand auf der "Kippe" zur Note "Fünf". Der Verlauf der mündlichen Prüfungen bestätigte viele von uns dahingehend, daß ja das Ergebnis der mündlichen Prüfung für die scharfen Hunde unter den Prüfern sowieso vorher feststand. An der Abiturfeier nahm die 13 m1 nicht teil, da sie von uns wegen der verhärteten Fronten an der Schule und auch der generellen Ablehnung solcher Festivitäten boykottiert wurde. Wir trafen uns zur Feier am Friedensdenkmal bei einigen Flaschen Wein und Bier, ohne dass wir uns aber sinnlos besoffen haben. Mit den Parallelklassen gab es dann noch einen Umzug zur "ON" für ein gemeinsames Photo. Ich kann mich noch erinnern, dass Rainer J. in der Innenstadt (Es gab noch keine Fußgängerzone) seine Abitururkunde verlor. Ein Radfahrer gab ihr mit seinem Reifenabdruck das "richtige Profil". So richtig ernst genommen wurden die Abiturprüfungen von uns nicht. Für diemeisten ging es nur darum den Abschluß zu erhalten. Einige brauchten allerdings einen entsprechenden NC um Medizin zu studieren. Der wurde von diesen auch ohne übertriebenes Engagement erreicht und sie machten sich dadurch auch bei den Mitschülern nicht unbeliebt. Einige hatten den Ansporn auch bereits vorher verloren, denn ob man viel oder wenig für die Schule tat, es endete dann ohnehin immer mit "befriedigend" oder "ausreichend". So war dann in den letzten Schuljahren viel Zeit für besondere Aktivitäten. Sport - vivat , crescat, floreat..... Die Klasse war seit dem 11 Schuljahr
erfolgreich bei Schulmei-sterschaften im Handball und Basketball
Es gelangen dabei auch der Einzug in Endspiele und Schulmeister-schaften.
Für eine Meisterschaft wurden von der Prämie von 50 DM
Poster von Che Guevara, Jimi Hendrix und Antikriegsplakate gekauft.
Damit wurde der Klassenraum zum Verdruß einiger Lehrer plakatiert.
Ein weiterer sportlicher Schwerpunkt und Heimat war der Schülerruderverein
“Argo”. Dort konnten sich einige extremistisch körperlich betätigen
und in freier Natur ihren anarchistischen und romantischen Gedanken
frönen... Hättest Du geschwiegen, wärst Du ein Philosoph geblieben. Die Mitschüler, die sich in der “Amicitia organisierten”, teilten diesen Wahlspruch nicht, denn sie beteiligten sich zunehmend an den Diskussionen der Klasse mit den Lehrern. Auch der kurze Fasson wich zunehmend dem Pagenkopf oder dem verbeatelten Zustand, wenn sich die Haarlänge auch nie den Dimensionen eines oder anderer subversiver Elemente aus der Klasse näherte. Das Engagement im naturwissenschaftlichen Bereich brachte den Mitschülern den Spitznamen “Kondensatores” und einen Schlüssel für den neu erbauten naturwissenschaftlichen Trakt ein. Was sie dort allerdings ausgefressen haben, weiß ich bis heute nicht genau. Ich bitte also um Aufklärung nach 30 Jahren. Blick zurück im Zorn - Vorabitur in Latein 1971. Beliebt bei der Klasse war Lehrer F., der in seinem Lateinunterricht durch seine Diavorträge über Griechenland und Troja den Unterricht interessant gestaltete. Das Engagement der Klasse war befriedigend bis gut. Allerdings wurde während der Korrekturzeit der Abiturarbeit dieser beliebte Lehrer von den Scharfmachern für die lateinische Sprache, Herrn Pi. Und Herrn Br. entmachtet. Es hagelte "Fünfen" und "Sechsen", einige fielen durch das Vorabitur oder erhielten eine "Fünf" als Abschlußnote. Anscheinend sollte durch dieses Verfahren der Klasse gezeigt werden, wo der Hammer hängt. Unser Klassenlehrer "Onkel B." "Du Onkel B., ich bin so
schlecht." lautete der Ausspruch eines Mitschülers, der
damit nicht seine Mathenote meinte, sondern nur ein derzeitiges
Unwohlsein. Keine Liebe von der Klasse - bald kam L.´s Rache Die drei Jahre Gemeinschaftskunde
bei L. waren interessant und anstrengend. Da wir seit dem 11. Jahrgang
frauenlos waren, hatten wir wohl mit dem anderen Geschlecht besondere
Probleme. Auch das Werben der Gemeinschaftskundelehrerin half da
nicht viel. Trotz der interessanten Unterrichtsgegenstände
Marxismus, Industrialisie-rung und China wollten wir ihrer Zuneigung
nicht erlegen sein. Wir huldigten weiter dem Nihilismus, beteiligten
uns am Unterricht und an den Diskussionen und wollten dabei das
letzte Wort haben, auch wenn es bereits Sprechverbote durch den
Deutschlehrer Herrn M für den Mitschüler und doppelten Wiard Cordes |