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OECD-Studie: Deutschland holt bei Bildung auf

Deutschland holt bei Bildung auf
OECD lobt Ganztagsschul-Projekt und bemängelt zu geringe Zahl der Abiturienten
Das deutsche Bildungssystem schneidet im internationalen Vergleich wieder besser ab. Der neue OECD-Bericht hebt unter anderem positiv die neuen Ganztagsschulen hervor. Beklagt werden die nach wie vor zu wenigen Abiturienten.

 



Bildungsvergleich (FR-Infografik)
Berlin · Während in Deutschland von 100 jungen Menschen 35 ihre Schule mit Hochschulreife verlassen, sind dies im Schnitt der OECD-Staaten 54. OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher sagte am Dienstag in Berlin, ein Mangel an jungen Menschen mit Studienberechtigung begrenze auf Dauer wirtschaftliches Wachstum.

Der jährliche Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vergleicht die Bildungssysteme der 30 wichtigsten Industrienationen. Deutschland habe nach dem "Reformrückstand" in den 80er und 90er Jahren "die Trendwende hin zu mehr Spitzenqualifikation" geschafft, sagte Schleicher. Es seien aber weitere Reformen nötig, um bei Schulen und Hochschulen Anschluss an den internationalen Leistungsstand zu bekommen.

Statt 28 Prozent wie noch 1998 beginnen heute in Deutschland 38 Prozent eines Jahrganges ein Studium. International sind es über 50 Prozent, in Schweden, Finnland und Polen sogar über 70 Prozent. Schleicher sagte, diesen Staaten gehe es nicht nur um die Deckung ihres aktuellen Arbeitskräftebedarfes. Viele bereiteten ihre jungen Menschen bereits heute für die Qualifikationen von morgen vor.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) führt den Zuwachs bei den Studienanfängern vor allem auf die Bafög-Reform von 2001 zurück. Angesichts der Studiengebühren-Pläne mehrerer Bundesländer und unklarer Aussagen der CDU/CSU zur Zukunft des Bafögs warnte sie "vor einer Rolle rückwärts" in der Bildungspolitik.

Sorge bereitet Bulmahn der jetzt erstmals wieder festgestellte Rückgang der Studienanfängerzahlen um 5,5 Prozent. Ein interner Bericht der Kultusminister führt als mögliche Gründe unter anderem die Studiengebührendebatte und die Angst der Studenten vor hoher Verschuldung an.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte Reformen an. Ändere sich nichts, werde es bei der Zahl der Studierenden "30 Jahre dauern, bis wir die Quote von Finnland erreichen", sagte GEW-Vorstandmitglied Marianne Demmer. jago/dpa

Quelle: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/nachrichten/?cnt=725916& 

14. September 2005

 

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