Partnerschaft
und Austausch Aurich - Nesbru/Norwegen
Im Oktober 1995 fand eine erste
deutsch-norwegische Begegnung statt, der weitere gegenseitige Besuche folgten.
Zur Zeit arbeiten wir mit der Landøya
Ungsdomsskole im Rahmen des Comenius-Projektes zusammen und trafen
uns in Aurich, in Newquay, in Pribram.........
Die
Comenius-Webseite der Ungdomsskole in Nesbru
Fotos
der norwegischen Partnerschule vom Comenius-Treffen in Pribram 2002
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Geschichte
der Partnerschaft
Norwegen, 25 km
links von Oslo
Weil unsere norwegische Partnerschule
eigentlich gar keine normale Partnerschule ist, sondern eine
Schule, die mit uns und unserer "richtigen" englischen
Partnerschule in Newquay partnerschaftlich an dem von der
Europäischen Union ins Leben gerufenen Comenius-Projekt
zusammenarbeitet, obwohl sie eigentlich gar nicht
"richtig" mitarbeiten darf, weil Norwegen nicht in der
EU ist, aber doch mitarbeiten darf, weil Norwegen schließlich in
der EFTA ist und im Europarat und irgendwie doch in Europa liegt
und man ja nie weiß und die Verbindungen sowieso und die Zukunft
und wir alle... war es eben etwas Besonderes, als im Oktober 1995
die Klasse 9c aus dem Norden Deutschlands, dem Westeuropa
zugehörenden Ostfriesland, Besuch aus dem Norden Europas
erhielt, dem südlichen Norwegen. 
Menschen aus Asker, Nesoya, Nesbru,
Billingstad, Slependen und Haslum waren Gäste bei Familien aus
Aurich, Wallinghausen, Grossefehn, Spekendorf, Wiesens,
Strackholt und Holtrop. Bei einem Abendessen in der italienischen
Pizzeria (es gab auch französischen Wein, deutsches Brot,
holländischen Käse, und zum Nachtisch verteilte jemand
russische Bonbons mit dänischem Farbstoff) wurde eine wichtige
Gemeinsamkeit entdeckt: In den Wintermonaten träumt man manchmal
vom Süden, von einer Reise nach Panama (Oh, wie schön ist Panama!). Und auf dem Weg dorthin müssen die Norweger
sowieso über Aurich, und die Auricher können es über Norwegen
probieren.
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Gegenwart
Im März 1996 fand - als Gegenbesuch - die
erste Norwegenfahrt statt. Die Auricher lernten die
Landoya-Schule kennen (ca. 220 Schüler/innen im Alter von 13-16
Jahren), den Direktor Terje Skansen, das Kollegium (ca. 25
Lehrkräfte), viele Familien und natürlich die Gemeinde Asker
(der Name bedeutet "gestutzte Eschen"; siehe Bild). In
acht Tagen konnte man etwas vom Lebensstil und der Atmosphäre
des Alltags erfahren. Ein kurzer Überblick über das, was uns
Ostfriesen aufgefallen ist: Von der Sonne verwöhnt ist die
Region um Oslo. Die Architektur dieser Stadt zeigt elegante
moderne Strukturen und ungewöhnliche Formen. Viele Familien in
den Vororten wohnen in eher kleineren und recht hellhörigen
(Reihen-) Holzhäusern.
Das Schulsystem ist mit dem deutschen nicht
vergleichbar. Der Unterricht beginnt für alle erst um 8.30 Uhr.
Alle Kinder eines Jahrgangs besuchen die "Kinderschule"
(Klasse 1-6) und die "Jugendschule" (Klasse 7-10) - die
Regelung "Sitzenbleiben" gibt es nicht. (Die darauf
neidischen deutschen Schüler musste ich mit dem Hinweis auf die
norwegische Gesamtbevölkerung trösten: nur 4 Millionen. Was mir
aber den "stolzen" deutschen Zwischenruf einbrachte:
"Herr Sieben, da haben wir ja mehr Arbeitslose als Norwegen
Einwohner!") Nach der Jugendschule können wiederum alle die
"Weitergehende Schule" besuchen; die Klasse 11 ist für
alle gleich, danach gibt es die Alternative: Weg zum Abitur oder
Beginn einer Berufsausbildung.
Vorsicht, die folgenden Beobachtungen sind
exakt 50%ig übertrieben: Wenn man beim Frühstück vergessen
hat, sich mit einem bräunlichen Nicht-Käse (der aus dem gemacht
wird, was beim Käsemachen übrig bleibt - so eine Norwegerin,
die es wissen muss) oder mit einer rosaroten Fisch- Kaviar-Creme
ein Brot für den Tag zu schmieren, dann wird es hart. Denn
mehrmals am Tag verliert man 20 Minuten für die Überlegung:
Soll ich Hungriger mir nun das kleine niedliche
tischtennisballgroße Rosinenbrötchen für 7,80 DM kaufen - oder
nicht? Auch das ist verrückt: Kaum lebt man in einem Land, in
dem der Whisky 190,- DM und eine Flasche Bier 9,60 DM kostet,
entwickelt man einen ungeheuren Durst. (Ob Norweger deshalb ...?)
Der norwegische König ist
da, auch wenn er nicht da ist. Sein Schloss steht in Oslo, aber
eigentlich wohnt er in der Gemeinde Asker; und alle Bus- und
Autofahrer in Asker und im Großraum Oslo zeigen mehrmals am Tag
in eine Richtung und sagen: "Da wohnt der König."
Spaß beiseite: Vielen von uns fiel der
Abschied schwer, gerne wären wir noch geblieben. Claudia K. aus
Großefehn wollte zum ersten Mal in ihrem Leben nicht nach Hause
und hat beim Abschied herzerfrischend geweint. Das hat mit beidem
zu tun: mit der norwegischen Gastfreundschaft und mit der
eigenartigen Stimmung in diesem Land, die es irgendwie schafft,
unruhige Besucher zu besänftigen.
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Zukunft
Nun freuen sich - mit uns - Liv Furelid,
Kjersti Bergsmark und andere Lehrerinnen und Lehrer und sogar der
Schulrat Lars Botnen, der freundlicherweise seine volle
Unterstützung zugesagt hat, auf die Fortsetzung dieser
"Freundschaft der Nordlichter" und auf die unter dem
"Comenius"-Dach begonnene gemeinsame Projektarbeit mit
Schülerinnen und Schülern in Europa über Europa mit Europa.
Michael Sieben
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