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Frau Reinken stand wie der größte Teil von uns selten oder
gar nicht auf Skiern. Somit brachten die übrigen Lehrer und Selma
uns das Skifahren bei. Doch bis dahin lag noch ein weiter Weg vor
uns. Alle waren aufgeregt, als wir am Freitag gegen 15:30 Uhr mit
dem Bus losfuhren. Wie gesagt, es war eine lange Reise und anfangs
wollte keiner so richtig einschlafen. Einige haben es dann aber
doch noch geschafft, denn schließlich sind wir insgesamt ca. 17
½ Stunden gefahren, bis wir morgens im "Hotel
Burgblick" ankamen. Wir waren erschöpft und müde, denn
jeder hätte lieber in einem gemütlichen Bett geschlafen. Doch
gestärkt von dem Frühstück mussten wir Skischuhe, Skier und
Helme ausleihen. Nun hatten wir Zeit uns einzugewöhnen und unsere
Koffer auszuräumen. Da alle ziemlich müde waren, fielen wir
abends schnell ins Bett und die Lehrer mussten nicht mehr viel
sagen, bis Ruhe herrschte.
Doch ab dem nächsten Tag fing unser "neuer" Alltag an.
Halb 7 geweckt werden, 07:15 Uhr zum Frühstück, Skikleidung
anziehen und dann auf den Bus warten, der uns ins Skigebiet
brachte. Bis mittags um 11 Uhr auf die Piste und dann gab es
Mittagessen im Barbarahof, danach fuhren wir dann wieder bis halb
4 Ski, bis der Bus uns zurück ins Hotel brachte. Dort sprangen
erstmal alle unter die Dusche. Doch man machte die Erfahrung, dass
es nicht viel warmes Wasser gab und jeder als erster duschen
wollte. Doch wir arrangierten uns. Nachdem wir dann zu Abend
gegessen hatten, hatten wir Freizeit, gingen zum Supermarkt um
etwas zu essen und zu trinken zu kaufen, liefen durch den kleinen
Ort, oder machten es uns mit ein paar Leuten in den Zimmern
gemütlich. Obwohl wir auf den Zimmern nicht essen und trinken
durften, waren unsere Mülleimer verdächtig voll und jeder hatte
ein kleines Versteck, in dem er seine Schokolade aufbewahrte.




Beim Skifahren übten wir anfangs erst auf der
"Babypiste", wie man richtig steht, wie man fällt und
machten unsere Anfänge auf den Skiern. Jeder besserte sich von
Tag zu Tag und bald konnte jeder die blaue Piste ausprobieren.
Viele waren sogar so gut, dass sie schon schnell mit der Gondel
auf den Berg fahren konnten um dort die richtigen Pisten zu
fahren. Auch wenn jeder ab und zu hinfiel, machte es allen Spaß
und jeder fuhr weiter, mit der Option sich steigern zu können.
Schließlich wollte jeder später Zuhause erzählen können,
welche Pisten er gefahren ist und wie gut er war. Einige, die
vorher noch nie Skier unter den Füßen hatten, entdeckten das
Skifahren für sich und waren erstaunt, wie gut sie trotz wenig
Übung schon fahren konnten. Auch die Lehrer waren erstaunt über
unseren Eifer und unser Können. Die "Profis" unter uns
durften teilweise frei fahren, was dazu verleitete, Vollgas zu
geben und richtig Spaß zu haben, jedoch endete das nicht immer
gut. Denn an einem Tag fiel ein Mädchen den Abhang hinunter und
es kostete uns viel Mühe sie mit Skistöckern wieder herauf zu
ziehen. Wir kamen mit einem Schock davon, und außer einem Schock
tat sie sich auch nichts weiter. Im Allgemeinen machte die
Klassenfahrt jedem Spaß und man lernte die anderen ein bisschen
besser kennen. Auch wenn wir unsere Zimmer aufräumen mussten und
Zimmer 45 und 46 die schlimmsten waren, haben wir es doch
einigermaßen ordentlich gehalten. Zu dem Hauswirt hatten wir
allerdings ein eher angespanntes Verhältnis, da nicht jeder auf
die Gegenstände aufpasste und dadurch etwas zu Bruch ging, was
einen dann teuer zu stehen kam. Um die Stimmung etwas
aufzulockern, ließen sich die Lehrer etwas ganz Besonderes
einfallen. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und mussten über
verschiedene Ereignisse Gedichte schreiben, die dann später zu
einem kompletten Gedicht zusammengefügt wurden:
Pfarrwerfen 2009
(Skiwoche der 9f und 9g aus Aurich)
Am Anfang war ein Schuss,
wir fuhren mit 'nem Bus,
einem Doppeldecker,
mittendrin der Arzenschecker.
Wir kamen an, es war sehr kalt,
wir wussten es und das schon bald:
Hier wird es nett.
Wir war'n so müde, wir wollten ins Bett.
Die Zimmer waren hübsch,
die Zimmer waren schön.
Henry hat sogar 'nen Fön.
Die Skier wurden verteilt,
es hat so geeilt,
an der Helmgröße wurde aber noch gefeilt.
Die erste Nacht war turbulent,
weil hier jeder jeden kennt.
Am nächsten Morgen aufstehen, waschen und dann essen
und bloß die Skier nicht vergessen.
Der Bus war dann auch schnell voll,
das fanden viele gar nicht toll.
Die ersten Anweisungen taten ganz schön weh,
denn fast alle fielen in den Schnee.
Der Hochweg war noch gut und munter.
Die meisten kamen aber nicht mehr runter.
Das war 'ne Sause, doch dann kam die Pause.
Diese Woche ging das Wetter hin und her,
trotzdem machten wir hungrig uns're Teller leer.
Der Schnee war kalt und weiß,
und dennoch war uns heiß.
Der Sturm war heftig
und das Essen ziemlich deftig.
Es war 'ne harte Zeit.
Doch die Piste war nicht weit.
Jeden Tag Aufräumarbeiten, Graus oh Graus,
wir dachten schon: "Oh nein, hier fliegen wir
'raus".
Die Zimmer waren stets OK,
doch in Zimmer 23 fand man oft 'nen OB.
Lienbachers hatten bei uns immer viel zu tun und zu machen.
Doch sie behielten stets ihr Lachen.
Das Lüften der Betten ging uns oft auf den Wecker,
doch wir taten es ohne Gemecker.
Das Bad schrubben wollten wir nie,
doch zum Putzen gingen wir trotzdem in die Knie.
Das Aufräumen hat uns nie Spaß gemacht,
doch wir haben immer an die freundlichen Lienbachers
gedacht.
Die Handtücher hingen wir an den Betten auf,
damit wir uns nicht setzten drauf.
Jeden Tag die Fenster auf und zu,
und jedes Mal vermissten wir das Muh
der ostfriesischen Kuh.
Doch man sagt, man sieht sich immer ein zweites Mal.
Vielleicht fahren wir mit Vollgas zurück ins Österreicher
Tal.
Am Anfang fuhren wir ganz munter
geradeaus die Piste runter,
fuhren so in Saus und Braus,
knallten fast ins nächste Haus.
Von Kurven hatten wir keinen Plan,
jetzt weiß ich, dass ich carven kann.
Doch klappte dies nun nicht bei allen,
denn mancher ist schon hingefallen,
mit blauen Flecken übersät
fahren wir von früh bis spät.
Ein Mädchen doch, das fuhr zu weit
und machte sich im Tiefschnee breit.
Aber es gab zwei mutige Jungen,
die waren nun zur Hilfe gezwungen,
zogen sie hoch mit einem Stock,
wir kamen davon mit einem Schock.
Der Ski, der ist im Schnee verschwunden,
haben ihn nicht mehr gefunden.
Überholen macht uns trotzdem Spaß,
geben manchmal zu viel Gas.
Zurückgekehrt in unser Bett,
wurd' es manchmal richtig nett.
Auch andere Betten sind bequem,
drum müssen wir oft rübergeh'n.
Gute Nacht, auf Wiedersehen.
Herr Vater, ruhig und geduldig,
macht keinen schuldig.
Herr Arzenscheg ist auch mal krank,
doch das macht ihm nichts,
gebaut wie ein Schrank.
Selma, ob Lehrer oder nicht,
gibt sehr guten Skiunterricht.
Frau Reinken ist herzlich und lieb,
muss nie verteilen einen Hieb.
Frau Raveling lacht immer mit,
denn das ist gesund und hält fit.
Vielen Dank an die Wirte,
die uns bezauberten wie Michael Hirte.
Insgesamt kamen wir alle gut voran,
sodass alles gelang.
Wir verabschieden uns von diesem Ort
Und reisen nach Ostfriesland fort.
Vielen Dank!




Am Ende wollte aber dann keiner wirklich wieder nach Hause,
weil der ganze Schnee so schön aussah und es so viel Spaß
machte, die schwarze Piste runterzufahren. Umso mehr genossen wir
die letzte Fahrt auf den Pisten und schossen letzte Fotos. Wir
waren alle begeistert von Selmas Engagement, die trotz ihrer
bevorstehenden Klausur mit uns nach Österreich fuhr um uns
Skifahren beizubringen.
Am 21. Februar wurden wir schon um halb 6 geweckt, die letzten
Koffer wurden gepackt, die Zimmer aufgeräumt und ab zum
Frühstück. Dann dauerte es nicht mehr lange bis unser Bus um
08:30 bereit war zum Beladen um uns wieder in das vertraute Aurich
zu bringen. 16 Stunden Busfahrt lagen noch vor uns. Trotz unserer
Müdigkeit freuten wir uns um 00:30 die Auricher wieder in die
Arme zu schließen und Zuhause im gemütlichen eigenen Bett
richtig auszuschlafen.




© Rebecca Janssen
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