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Auricher Wissenschaftstage

 

 

 

Eröffnung der Wissenschaftstage: Frequenzen des Lichts


Am Dienstagabend wurden die diesjährigen Wissenschaftstage eröffnet. Professor Theodor Hänsch, Physik-Nobelpreisträger von 2005 und Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenphysik in Garching bei München, referierte zum Thema "Der Pulsschlag des Lichts".

 

08.11.2007

Wie Nobelpreisträger nach Aurich kommen

VORTRAG Sparkassenchef Carlo Grün vertrat am Dienstag eine gewagte Theorie

Die Wissenschaftstage wurden eröffnet. Prof. Theodor Hänsch sprach über die Frequenzen des Lichts.

Aurich / NI - „Es bleibt wohl ein Geheimnis der Initiatoren Josef Antony, Wolfgang Völckner und Alexander Stracke, wie sie immer wieder so hochkarätige Referenten und vor allem Nobelpreisträge nach Aurich locken“, sagte Carlo Grün, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aurich-Norden, am Dienstagabend bei der Eröffnung der 18. Auricher Wissenschaftstage in der Sparkassen-Kundenhalle. Bislang habe er es ihnen nicht entlocken können.

Grün wagte dennoch einen Erklärungsversuch. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass die Nobelpreisträger bei ihren Treffen in der Päpstlichen Akademie in Rom peinlichst genau registrierten, wer schon mal bei den Auricher Wissenschaftstagen gewesen sei und wer nicht. Es gehöre zum guten Ton, einmal in Aurich zu sprechen. So weit Grüns humorvoll-gewagte Theorie.

Natürlich stimmt sie nicht, wie Wolfgang Völckner am Rande der Eröffnung verriet. „Bei Professor Wolf Singer hat es drei Jahre gedauert, bis der Termin für Aurich stand.“ Wie berichtet, sprach Singer am Sonnabend im Güterschuppen in Aurich.

Völckner ist Bewahrer und Hüter des Gästebuches der Wissenschaftstage. Alle Referenten haben sich dort verewigt. Nach 18 Jahren ist man mittlerweile beim zweiten Buch angekommen. Und auch am Dienstagabend versäumte es der pensionierte Lehrer nicht, den Referenten des Abends zu einer Widmung ins Gästebuch zu bewegen. Es war Professor Theodor Hänsch, Physik-Nobelpreisträger von 2005 und Direktor des Max-Planck-Instituts für Quantenphysik in Garching bei München.

Hänsch sei jetzt der 13. Nobelpreisträger, der nach Aurich zu den Wissenschaftstagen gekommen sei, sagte Sparkassenchef Grün, „und er wird nicht der letzte sein.“ Der Wissenschaftler stellte in seinem Vortrag den Frequenzkamm- Syntheziser vor. Mit seiner Hilfe gelang es dem Forscher, die Frequenzen des Lichts millionenfach genauer zu messen, als mit herkömmliche Methoden. Allerdings war der Vortrag doch eher für ein Fachpublikum bestimmt. Dennoch: Der Besuch hat sich gelohnt. Nobelpreisträgern hört man schließlich nicht jeden Tag zu.

Zu Beginn der Veranstaltung berichteten die Schüler Daniel Koch (BBS II) und Maximilian Stracke (Gymnasium Ulricianum) von ihren Wochen an Bord des Forschungsschiffes „Merian“. Ihre Aufgabe war es, das Klima im Nordatlantik zu erkunden.

Quelle: Ostfriesen Zeitung - 8. November 2007

 

07.11.2007

Experimente mit einem Nobelpreisträger


Von Karin Lüppen

PHYSIK Prof. Dr. Dr. Theodor Hänsch besuchte gestern die Berufsfachschule Lasertechnik in Aurich

Von der Ausbildung an den BBS II war der Spezialist aus München sehr angetan. „Das sollte Schule machen“, fand er.

Aurich - Als Physiker kommt er nicht sehr oft aus seinem Labor heraus. Deshalb sei seine Vortragsreise nach Ostfriesland schon etwas Herausragendes, sagte Prof. Dr. Dr. Theodor Hänsch gestern bei seinem Besuch in den Berufsbildenden Schulen II in Aurich: „Ich bin schon sehr gespannt auf den Deichspaziergang.“ Doch vorher sah sich der Professor, der 2005 den Nobelpreis für Physik bekommen hat, die Berufsfachschule für Lasertechnik an.

Dort begleitete er die Versuche der Schüler, die eine Ausbildung zum lasertechnischen Assistenten machen. Das Labor ist nicht nur ganz neu, es wurde erst dieses Jahr eröffnet, sondern es ist auch einzigartig in Deutschland, sagt Schulleiter Gerd Neumann. Der gelehrte Gast ist sehr angetan: „Das sollte Schule machen“, findet er.

Hänsch ist ein Pionier auf dem Gebiet der optischen Physik. Wofür er den Nobelpreis erhalten habe, will einer der Schüler wissen. Für sehr genaue Messtechniken in der Lasertechnologie, sagt Hänsch. Er besitzt inzwischen auch eine Firma, die aus den Labors des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching ausgegliedert wurde, wie er sagt. Dort werden lasertechnische Präzisionsinstrumente hergestellt. „Die optische Technologie ist am Explodieren“, sagt Hänsch.

Als Neumann ihn fragt, ob es denn in Süddeutschland noch Arbeitsplätze für die Auricher Berufsschüler gibt, bietet der Professor gleich an, mit Schülern zu sprechen, falls diese Interesse haben. Der Schulleiter hatte die Frage zwar eher allgemein gestellt, freut sich aber, dass „seine“ Fachschüler offenbar einen Beruf mit guten Chancen gewählt haben. „Laserphysik ist so gefragt, wer gute Leistungen bringt, weiß, dass er Erfolg haben kann.“

Die Versuche im Auricher Labor, das bestätigt der Professor, vermitteln Fähigkeiten, die man auch bei der Arbeit in seinem Labor bräuchte. Jan-Moritz Lammers und Björn Pfeiffer bemühen sich zum Beispiel, den Laser punktgenau auf einen Lichtleiter auszurichten. Nur wenn dies präzise gemacht wird, geht keine Leistung verloren. Die Schüler justieren an einer Stellschraube im Mikrometerbereich. „Einkoppeln“ nennt man diesen Vorgang.

Im Garchinger Labor werde Glasfaser an vielen Stellen eingesetzt. „Der Grundschritt ist genau dieser hier“, sagt Hänsch. In der Forschung würden jedoch bis zu 20 Einkoppler an einem Versuch eingesetzt werden. Gestern Abend hat Prof. Hänsch bei den Auricher Wissenschaftstagen einen Vortrag mit dem Titel „Der Pulsschlag des Lichts“ gehalten.

Quelle: Ostfriesen Zeitung - 7. November 2007

 

 

 

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