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Wien

Kunsthaus Wien   [Hundertwasser]

"Buhrufe für Romeo und Julia"

 

 

 

Kursfahrt Wien


Nach anfänglichem Hin und Her, wie spät wir denn nun in Leer sein müssen (Lokführerstreik - oder doch nicht??), startete die Kursfahrt dann doch um 9:20h am 11. Oktober 2007 am Leeraner Bahnhof. Mit dem Zug ging es weiter zum Flughafen in Hannover und von dort aus flogen wir bester Laune nach Wien. Ja, auch Mareike unsere Flug-Jungfrau und Stefan unser Opfer der Flugangst haben alles gut überstanden. 

In Wien stiegen wir zunächst in eine U-Bahn, in der uns ein besoffener ACDC-Fan seine Lieblingssongs zum Besten gab. Weiter ging es dann mit einem überfüllten Bus in Richtung Jugendherberge Myrthengasse/Neustiftgasse. Unsere ersten Eindrücke von Wien waren beeindruckend; die alten Gebäude, die wunderschön beleuchtet wurden und ebenso ein brennendes Auto mitten auf der Kreuzung, das natürlich nur die Ostfriesen beeindruckte.
In der Jugendherberge angekommen, ging es direkt an die Zimmerverteilung und mit guter Laune und reichlich Musik erst mal ans Koffer auspacken und Betten beziehen. Direkt am ersten Abend waren wir auf uns gestellt und jeder sollte sich einen Ort zum Abendessen suchen. Bei dem planlosen Umherirren machten unsere Jungs die wichtigste Entdeckung der Kursfahrt: die "Bierfactory". Doch zuvor haben wir uns mit der Wiener Küche im "Schnitzelwirt" angefreundet. Unser erster Abend in Wien begann also mit Schnitzel und Erdapfel (Kartoffel), Kaiserschmarrn, einem Maß oder einem Apfelsaft gespritzt (Apfelschorle). Leider kamen wir mit unserem "Moin" nicht weit und mussten uns mit dem Wienerischen "Grüß Gott" anfreunden.

Man traf sich bei Goethe …

Da wir in Wien nicht nur essen und feiern waren, gibt es auch weitaus wichtigere Dinge, die man an dieser Stelle erwähnen sollte.
Bevor wir zu den Sehenswürdigkeiten kommen, sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass Mark sich eine Mundharmonika gekauft hat, die für den Kurs von großer Bedeutung war. Ebenfalls wichtig ist zu erwähnen, dass jedes Zimmer ein- bis zweimal an der Reihe war für das Picknick am Mittag einzukaufen. Gepicknickt wurde im Schloßgarten von Schönbrunn, im Innenhof unserer Jugendherberge, vor dem Goethe-Denkmal und an weiteren schönen Orten im Freien.

Picknick vor antiker Kulisse: Picknick ist echt, Kulisse gefaket, wie vieles in Wien

Nun zu den Sehenswürdigkeiten, die wir zu Gesicht bekamen. Hierzu gehört die Albertina (zumindest der Eingangsbereich, denn für mehr reichte die Zeit leider nie aus), das Leopoldmuseum (in dem wir eine Führung mitmachten), der Zentralfriedhof (auf dem ca. 3.000.000 Menschen begraben wurden, u.a. Mozart, Strauß und Falco), das Burgtheater (in dem wir ebenfalls eine Führung mitmachten und uns am nächsten Tag die stark kritisierte Aufführung "Romeo und Julia" ansahen), die Oper (in der wir natürlich nichts von "La Bohème" sehen, aber eine Menge hören konnten), Sissis Schloß Schönbrunn (das wir zwar nicht von innen besichtigten, aber alleine der Schloßgarten und der Irrgarten waren einen Besuch wert), der Naschmarkt (auf dem es alles von A wie Antiquitäten bis Z wie Zitrusfrüchte aus der ganzen Welt gab), der Prater (der außer dem Riesenrad und einigen atemberaubenden Achterbahnen auch die Möglichkeit bot, sich im Stil des 19. Jahrhunderts fotografieren zu lassen), Jan Delay im U4 (nach langem Anstehen gelang es uns endlich in die angesagte Disco zu kommen und Jan Delay life zu sehen - für uns zählt ein Musiker auch zu den Sehenswürdigkeiten), das jüdische Wien, der Stephansdom, das Hundertwasserhaus (es ist wirklich so bunt), der Jazzkeller "Tunnel" (in dem wir Herrn Langes Geburtstag feierten und begeistert Sepps spontanem Auftritt mit der Gitarre lauschten), das Rathaus (vor dem wir eine Menge Schnee und viele springende Skifahrer beobachten konnten), der Heurige (in dem wir für 150 Euro so einigen hausgemachten Wein und Holundersaft tranken, denn Cola oder ähnliches war auf der Karte leider nicht zu finden), das Postsparkassenamt (Otto Wagner, 1904-1906) und natürlich nicht zu vergessen ist unsere "Dritte Mann Führung" (die uns selbstverständlich die vielen Orte, an denen Harry Lime gestanden hat oder haben soll, gezeigt hat).

Mehrfache Spiegelungen: der Stefansdom im Glas des Haas-Hauses

Alfred Hrdlickas Mahnmal gegen Faschismus und Krieg (Teilansicht)

An den vielen Abenden, die wir in der "Bierfactory" verbrachten, lernten wir Angie (die Frau des Besitzers) besser kennen und hatten eine Menge Spaß mit ihr, z.B. beim auf den Tischen Tanzen oder Trinken (immer wieder gern genommene Getränke neben der Maß waren "Willi", "Maja" oder der "Flying Hirsch"). Als Dankeschön für die schöne Zeit mit ihr haben wir uns dann schließlich ein Lied ausgedacht und durften dies an zwei Abenden (einmal spontan vor viel Publikum und einmal in schicker Abendrobe, weil wir grad aus dem Theater kamen) zum Besten geben. Begleitet wurden wir immer von Mark und seiner Mundharmonika. Zu der "Bierfactory" gehört natürlich nicht nur unsere Angie, sondern ebenfalls der (selbsternannte) Präsident und die alte Oma, die mit ihren 70 Jahren fitter war als manch einer von uns.

Sepps Gig im "Tunnel"

Harry Limes Tür: Dort ist das berühmte erste Erscheinen des "dritten Mannes" gedreht worden.

Wien und seine Caféhäuser: hier das "Alt-Wien"

Das Burgtheater - drinnen: eine Skandal-Inszenierung von "Romeo und Julia"

Bevor wir zum Ende des Berichts kommen, sollten wir erwähnen, dass die Wiener trotz aller Eigenarten, die sie haben sehr hilfsbereite Menschen sind. Denn einigen von uns passierte es des Öfteren, dass sie planlos mit ihrem U-Bahn-Plan herumirrten und keine Ahnung hatten, wo sie waren, geschweige denn in welche U-Bahn sie steigen sollten. Genau in solchen Momenten kam uns immer jemand zur Hilfe und fragte freundlich "Wo wollt´s denn hin?".

"Es muss a Wein sein …" - Wien geht nicht ohne "Heurigen"

Mozart auf dem Zentralfriedhof - irgendetwas wird schon unter dem "Grabmal" liegen - aber gewiss nicht Mozarts Knochen!


Am 19. Oktober um 13:00h sollten wir mit gepackten Koffern und den letzten Mitbringseln bereit für die Heimreise in der Jugendherberge auf Herrn Lange warten. Nachdem auch dieser endlich eingetroffen war, konnten wir uns wie schon acht Tage zuvor in den engen Bus quetschen, in die U-Bahn umsteigen und dann zum Flughafen Vienna (Wien) weiterfahren. Die überschweren Koffer (es gab einige, die am Ende mehr als 20kg Gepäck hatten) wurden abgegeben und somit begann das Warten auf den Flieger Richtung Hamburg und auch das Bangen, denn wir hatten einen engen Zeitplan und waren auf den Schnellbus vom Flughafen zum Bahnhof angewiesen. Selbstverständlich (um das Kribbeln in der Bauchgegend noch etwas zu steigern) hatte der Flieger 15 Minuten Verspätung, die der Pilot aber wieder rausholen konnte, indem er einfach noch ein bisschen schneller flog. Da Mark und Nadine als erste ihre Koffer hatten, konnten sie den Busfahrer (erfolgreich) davon überzeugen, auf die lustige Truppe aus Ostfriesland zu warten. Von Hamburg aus ging es mit dem Zug weiter nach Bremen. Als wir dann in Bremen umsteigen mussten, trafen wir auf den anderen Deutsch-LK, von Herrn Ubben.

 

Das "Bierfactory"-Lied:


Der 11. Oktober
Der Kurs aus Ostfriesland
Landet in Wien
Wir waren sehr durstig
Und blieben hier stehn
Dann traten wir ein
In die "Bierfactory"
Bestellten ne Maja
Und dann noch Willi
So ging das dann weiter
Wir fühlten uns wohl
Die Stimmung war heiter
Die Location war cool
Wir saufen und saufen und saufen…
Wir hatten viel Spaß
Nu goan wi na huus
Angie war krass
Unser Abschiedsblues
Wir sagen Good bye
Und danken euch sehr
Die Fahrt ist vorbei
Der Abschied fällt schwer
Wir danken dir, danken dir, danken dir...


|Alena, Doreen, Nadine, Maike, Ines², AK, BH, Mark, Nils, Nikki, Simon|

Kurz vor Ankunft in Leer gaben wir noch einmal unser selbstgeschriebenes "Bierfactory"-Lied zum Besten. Pünktlich auf die Minute kamen wir dann in Leer an. Doch bevor Eltern und Freunde begrüßt werden konnten, musste man sich erst mal von seiner neuen Familie, der Wien-Familie verabschieden. Auch wenn die Wiedersehensfreude groß war, der Abschied fiel schwer und es wurden einige Tränen vergossen...

Da man leider nie alles in einen Bericht einbringen kann, hier noch die wichtigsten Sprüche:
"Wenn du das aufhast, fängst du an zu gackern - Muh." (Nikki)
"Mädels, habt ihr noch was zu essen?" (häufig gestellte Frage von Mark und Nikki, egal wie viele Schnitzel sie schon in sich hatten)
"Ein Dank an die Mädels..." (entstand, weil wir den Jungs ein Raumspray geschenkt haben, das gegen die unangenehmen Gerüche helfen sollte)
"Eiernockerl-Nils" (gemeint ist Nils, der an einem Abend eine sehr große Portion von Nudeln mit Ei verdrückt hat)
"2,50€ wenn du diese Flasche Ketchup ausleckst..." (Wettangebot von Mark an Nikki - er hat´s getan - wir haben es gefilmt)
"Bin ich hier in Texas oder was?" (Herr Lange war wohl sehr verärgert über den Lärm auf einigen Zimmern)
"Da seht ihr die Secession" - "Ja genau und direkt dahinter die Bierlagune!" (Herr Lange möchte uns eine Sehenswürdigkeit zeigen und Nikki unterbricht ihn voller Begeisterung.)
"Net so geil!" (eingeführt von Nikki, passt einfach für alles)

Falls auch ihr mal nach Wien kommen solltet, was wir alle nur empfehlen können, sollte euch das hier weiterhelfen:
Wienerisch für Anfänger
I steh auf di = Ich liebe dich
A bissl = wenig, Kleinigkeit
Hatscherer = langer Fußmarsch
Drahn = abends ausgehen
Abezahn = faulenzen
Ungustl = widerlicher Typ
Buserer = Zusammenstoß
Ringlspü = Karussel
Nuschln = undeutlich reden
Gstanzl = kurzes Lied
Erdapfel = Kartoffel
Gschpritzten = Wein mit Wasser
A Krüagl = halbes Bier
Melansch = Kaffee mit Milch
Palatschinken = Pfannkuchen
Paradeiser = Tomaten

Ihr sitzt noch immer hier und lest unseren Bericht?
Worauf wartet ihr noch?
Auf nach Wien.
Wir können es euch nur empfehlen!


"Pfürti" sagen Maike und Nadine im Namen des Kurses DE61 und unserem Tutor Herrn Lange

 

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