Kursfahrt nach Frankreich


Am 12. Oktober um etwa 8 Uhr ging es los. Der Antritt der Kursfahrt des, laut Schulleiter, Geschichtshochleistungskurses von Herrn H. Hohmeier und Leistungskurses der französischen Sprache, geleitet von Frau Marsall, verlief relativ normal. 

Auf der Fahrt zur ersten Station, die sich im Elsass befand, gab es keine besonderen Vorkommnisse. Nach etwa 12 Stunden Fahrt und 3 bis 10 Stunden Marathon-DVD-gucken, bezogen wir dann unsere Zimmer in Eguisheim im Elsass. Ein paar Schüler testeten sogleich den hauseigenen Pool, andere machten sich an die Zubereitung des Abendessens, das in den verschiedensten Formen, vom Steak bis hin zu Nudeln auftrat. 

Herr Hohmeier und Anton

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück sofort in das zum Museum umfunktionierte, einstige Konzentrationslager Struthof. Auf der Reise in die etwa 800 Meter hochgelegene Anlage, verschlang der Nebel unseren Bus und gab uns nicht viel mehr als 20 Meter Sichtweite. Durch die schwachen Nebelschwaden waren dürre, tote Bäume zu erkennen, die vor vielen Jahren vielleicht einmal einen Wald gebildet haben.
Die Besichtigung des KZs war ziemlich bedrückend. Die Sonne schien, aber es wehte einem ein eisiger Wind um die Ohren. Das Museum bot eine Zeitleiste über die Ereignisse vom Aufstieg der NSDAP bis zum politischen Geschehen der Gegenwart. Draußen erwartete einen der Originalschauplatz des ehemaligen KZs. Es waren begehbare Baracken übrig geblieben, die man besichtigen konnte. Nach demütiger Durchschreitung der Anlagen machten wir uns auf den Weg ins Museum in Eguisheim. Eine moderne Anlage, die die Entwicklung Frankreichs und Deutschland vor dem und im Zweiten Weltkrieg beschrieb. Eine sehr aufwendige Gestaltung zeigte uns insbesondere die Geschichte von Elsass-Lothringen, das in der Vergangenheit oft Streitpunkt von Frankreich und Deutschland war. So zeigte man uns anschaulich, dass kurz nach Beginn des Krieges die deutsch- französische Grenze von Seiten Frankreichs geräumt wurde und viele Städte, wie Straßburg waren somit "Empty!" 

Als Abschluss des Museumsrundganges gab es noch einen Film, der die enorme Wichtigkeit der Kommunikation der Völker beschrieb. Allerdings bediente er sich sehr extremer Mittel. Es gab einen Chor, der die "Ode an die Freude" sang und eine Bilderflut, die die "wichtigsten" oder wohl eher blutigsten Konflikte der letzten fünfzig Jahre schilderte. Man verließ dieses Museum mit einem üblen Nachgeschmack und in einem nachdenklichen Zustand. Am Nachmittag waren wir wieder auf dem Weg zur Unterkunft. Noch schnell einen Zwischenstopp bei Aldi um das Nötigste einzukaufen. Allerdings gab es ein paar Startprobleme, was unseren Bus anging. Also warf Fred kurzerhand den Mechanikerkittel über, wechselte etwa 3 Sicherungen aus, warf sich unter den Bus und ließ sich mit Funken besprühen. 

Am Abend lief das Länderspiel Deutschland gegen Irland im Fernseher und somit konnte man trotz aller schlechten Vergangenheitserfahrungen doch noch für die Mannschaft seines Landes jubeln. Andere machten die Bars im Dörfchen nebenan unsicher, jubelten der englischen Rugbymannschaft zu, trafen nette Einheimische und hatten für den Ernstfall sogar eine schriftliche Entschuldigung von einem waschechten Elsässer, die zum Glück nicht gebraucht wurde.


Am nächsten Tag ging es auf nach Paris. Die Busfahrt war normal langweilig. Im Stau vor Paris gab es dann schon einmal die Möglichkeit sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Und mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Fahrstil der Franzosen. Die Hotelzimmer in Paris waren altmodisch eingerichtet. Und zwar wirklich altmodisch. Somit war die Pilzkultur in unserem Badezimmer der erste historische Anhaltspunkt, mit dem es sich auseinander zusetzen galt. Es gab noch ein paar Haare in der Dusche, eine nasse Stelle auf dem Fußboden und einen kleinen Fernseher der als einziges deutsches Programm ZDF empfing. 

La Defense

Der erste Abend sollte mit einer Bootsfahrt über die Seine beginnen. Auf Grund eines Virus sind ein paar Schüler auf dem Hotelzimmer geblieben und haben die wirklich schlechte Qualität des ZDF-Programms am Sonntagabend erfahren. Diese Gruppe durfte die Bootsfahrt nachholen. Am zweiten Tag in Paris gab es eine "Stadtführung mit literarischem Rundgang". Die Stadtführung führte uns an Plätzen wie dem Stadtfriedhof, dem Moulin Rouge, dem Triumphbogen, der Notre Dame und dem Eiffelturm vorbei. Um nur einige zu nennen. Nach diesem meist anstrengenden Crashkurs in Pariser Geschichte und Geographie waren die meisten schon erschöpft. Dabei stand die Nacht noch bevor. Manche verschlug es zum Eiffel Turm, andere in Restaurants, andere nutzen die Zeit für einen nächtlichen Einkaufsbummel, denn wer denkt, die Geschäfte würden schließen, nur weil es dunkel ist, der irrt. 

Am nächsten Tag stand eine Reise in den Norden der Stadt, an die eine Besichtigung des Künstlerviertels auf dem Monmatre und eine Besichtigung der Kathedrale Sacre Coer enthielt. Nach kurzer Bewunderung eines Straßenkünstlers trafen sich die Schüler auf dem Dach des Kaufhauses Galeries Lafayette. Von hier aus war den Schülern die Gestaltung des Tages selbst überlassen. Für manche endlich die Zeit zum Shoppen. Für andere die Zeit für eine Verschnaufpause. Am Abend war die letzte Möglichkeit seine "Was-ich-in-Paris-machen-muss-Liste" abzuarbeiten. Jedenfalls was diese Fahrt anging. Eine Gruppe stürmte auf den Eiffelturm. Und mindestens genauso schnell wieder runter.


Am nächsten morgen galt es auszuchecken. Der Bus brachte uns in die Schlossanlage von Versailles. Dieses beeindruckende Bauwerk bestach nicht nur durch die sehr aufwendig gestalteten Räume, sonder auch durch die endlos scheinenden Gartenanlage. Es gehörte nur ein bisschen Fantasie dazu, sich als Herrscher dieser Anlage zu fühlen. Aber auch die geschichtliche Bedeutung des Ortes ist zu uns durchgedrungen. Allein schon durch die Besichtigung des berühmten Spiegelsaals, aber auch durch die sehr ausführliche Führung die wir dort genossen haben. Nach Ende der Versailles Führung ging es auf direktem Wege in die Normandie. 

Gartenanlage von Versailles

Die Gruppe in Versailles

Ludwig XIV als Römer

Auf der Fahrt dort hin hat uns das Wetter ein wenig Regen beschert, aber bei der Ankunft wurden wir von der Sonne und einem kalten Wind begrüßt. Das Beziehen der Zimmer und das Kochen nahm viel Zeit des Abends in Anspruch. Die Besichtigung des Pools und der Umgebung folgten. 

Am nächsten Tag stand wieder einmal ein Museumsbesuch an. Es ging um die Beziehungen Deutschland und Frankreichs in der Geschichte und bis zur Gegenwart. Danach hat es eine demokratische Wahl bezüglich der weiteren Tagesplanung gegeben, die eindeutig und lautstark für eine Fahrt nach Omaha Beach entschieden werden konnte. 

Omaha Beach

Auf dem Rückweg besuchten wir noch einen amerikanischen Soldatenfriedhof der die Namen der Opfer der amerikanischen Soldaten in Ehren hält. Der Abend klang langsam aus und der Tag der Abreise stand bevor. 

Soldatenfriedhof Normandie

Die Rückfahrt wurde pünktlich angetreten und nur durch kleine Verzögerungen unterbrochen. Noch in Frankreich haben uns Profilteile des linken Hinterreifens frühzeitig verlassen. Es folgte, ein manueller Reifenwechsel auf einer französischen Raststätte. Wir setzten die Fahrt fort, um in Belgien in einen Stau zu geraten. Diese Zeitverzögerungen führten zur unfreiwilligen Überschreitung der Lenkzeiten des Busfahrers und so wurde etwa zwei Stunden vor dem Ziel noch ein Fahrerwechsel vorgenommen. So kamen wir dann mit vierstündiger Verspätung endlich an.

 

 

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