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Auf der Fahrt zur ersten Station, die sich im Elsass befand, gab
es keine besonderen Vorkommnisse. Nach etwa 12 Stunden Fahrt und 3
bis 10 Stunden Marathon-DVD-gucken, bezogen wir dann unsere Zimmer
in Eguisheim im Elsass. Ein paar Schüler testeten sogleich den
hauseigenen Pool, andere machten sich an die Zubereitung des
Abendessens, das in den verschiedensten Formen, vom Steak bis hin
zu Nudeln auftrat.

Herr Hohmeier und Anton
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück sofort in das
zum Museum umfunktionierte, einstige Konzentrationslager Struthof.
Auf der Reise in die etwa 800 Meter hochgelegene Anlage,
verschlang der Nebel unseren Bus und gab uns nicht viel mehr als
20 Meter Sichtweite. Durch die schwachen Nebelschwaden waren
dürre, tote Bäume zu erkennen, die vor vielen Jahren vielleicht
einmal einen Wald gebildet haben.
Die Besichtigung des KZs war ziemlich bedrückend. Die Sonne
schien, aber es wehte einem ein eisiger Wind um die Ohren. Das
Museum bot eine Zeitleiste über die Ereignisse vom Aufstieg der
NSDAP bis zum politischen Geschehen der Gegenwart. Draußen
erwartete einen der Originalschauplatz des ehemaligen KZs. Es
waren begehbare Baracken übrig geblieben, die man besichtigen
konnte. Nach demütiger Durchschreitung der Anlagen machten wir
uns auf den Weg ins Museum in Eguisheim. Eine moderne Anlage, die
die Entwicklung Frankreichs und Deutschland vor dem und im Zweiten
Weltkrieg beschrieb. Eine sehr aufwendige Gestaltung zeigte uns
insbesondere die Geschichte von Elsass-Lothringen, das in der
Vergangenheit oft Streitpunkt von Frankreich und Deutschland war.
So zeigte man uns anschaulich, dass kurz nach Beginn des Krieges
die deutsch- französische Grenze von Seiten Frankreichs geräumt
wurde und viele Städte, wie Straßburg waren somit "Empty!"
Als Abschluss des Museumsrundganges gab es noch einen Film, der
die enorme Wichtigkeit der Kommunikation der Völker beschrieb.
Allerdings bediente er sich sehr extremer Mittel. Es gab einen
Chor, der die "Ode an die Freude" sang und eine
Bilderflut, die die "wichtigsten" oder wohl eher
blutigsten Konflikte der letzten fünfzig Jahre schilderte. Man
verließ dieses Museum mit einem üblen Nachgeschmack und in einem
nachdenklichen Zustand. Am Nachmittag waren wir wieder auf dem Weg
zur Unterkunft. Noch schnell einen Zwischenstopp bei Aldi um das
Nötigste einzukaufen. Allerdings gab es ein paar Startprobleme,
was unseren Bus anging. Also warf Fred kurzerhand den
Mechanikerkittel über, wechselte etwa 3 Sicherungen aus, warf
sich unter den Bus und ließ sich mit Funken besprühen.
Am Abend lief das Länderspiel Deutschland gegen Irland im
Fernseher und somit konnte man trotz aller schlechten
Vergangenheitserfahrungen doch noch für die Mannschaft seines
Landes jubeln. Andere machten die Bars im Dörfchen nebenan
unsicher, jubelten der englischen Rugbymannschaft zu, trafen nette
Einheimische und hatten für den Ernstfall sogar eine schriftliche
Entschuldigung von einem waschechten Elsässer, die zum Glück
nicht gebraucht wurde.
Am nächsten Tag ging es auf nach Paris. Die Busfahrt war normal
langweilig. Im Stau vor Paris gab es dann schon einmal die
Möglichkeit sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Und mit dem
etwas gewöhnungsbedürftigen Fahrstil der Franzosen. Die
Hotelzimmer in Paris waren altmodisch eingerichtet. Und zwar
wirklich altmodisch. Somit war die Pilzkultur in unserem
Badezimmer der erste historische Anhaltspunkt, mit dem es sich
auseinander zusetzen galt. Es gab noch ein paar Haare in der
Dusche, eine nasse Stelle auf dem Fußboden und einen kleinen
Fernseher der als einziges deutsches Programm ZDF empfing.

La Defense
Der erste Abend sollte mit einer Bootsfahrt über die Seine
beginnen. Auf Grund eines Virus sind ein paar Schüler auf dem
Hotelzimmer geblieben und haben die wirklich schlechte Qualität
des ZDF-Programms am Sonntagabend erfahren. Diese Gruppe durfte
die Bootsfahrt nachholen. Am zweiten Tag in Paris gab es eine
"Stadtführung mit literarischem Rundgang". Die
Stadtführung führte uns an Plätzen wie dem Stadtfriedhof, dem
Moulin Rouge, dem Triumphbogen, der Notre Dame und dem Eiffelturm
vorbei. Um nur einige zu nennen. Nach diesem meist anstrengenden
Crashkurs in Pariser Geschichte und Geographie waren die meisten
schon erschöpft. Dabei stand die Nacht noch bevor. Manche
verschlug es zum Eiffel Turm, andere in Restaurants, andere nutzen
die Zeit für einen nächtlichen Einkaufsbummel, denn wer denkt,
die Geschäfte würden schließen, nur weil es dunkel ist, der
irrt.
Am nächsten Tag stand eine Reise in den Norden der Stadt, an
die eine Besichtigung des Künstlerviertels auf dem Monmatre und
eine Besichtigung der Kathedrale Sacre Coer enthielt. Nach kurzer
Bewunderung eines Straßenkünstlers trafen sich die Schüler auf
dem Dach des Kaufhauses Galeries Lafayette. Von hier aus war den
Schülern die Gestaltung des Tages selbst überlassen. Für manche
endlich die Zeit zum Shoppen. Für andere die Zeit für eine
Verschnaufpause. Am Abend war die letzte Möglichkeit seine "Was-ich-in-Paris-machen-muss-Liste"
abzuarbeiten. Jedenfalls was diese Fahrt anging. Eine Gruppe
stürmte auf den Eiffelturm. Und mindestens genauso schnell wieder
runter.
Am nächsten morgen galt es auszuchecken. Der Bus brachte uns in
die Schlossanlage von Versailles. Dieses beeindruckende Bauwerk
bestach nicht nur durch die sehr aufwendig gestalteten Räume,
sonder auch durch die endlos scheinenden Gartenanlage. Es gehörte
nur ein bisschen Fantasie dazu, sich als Herrscher dieser Anlage
zu fühlen. Aber auch die geschichtliche Bedeutung des Ortes ist
zu uns durchgedrungen. Allein schon durch die Besichtigung des
berühmten Spiegelsaals, aber auch durch die sehr ausführliche
Führung die wir dort genossen haben. Nach Ende der Versailles
Führung ging es auf direktem Wege in die Normandie.

Gartenanlage von Versailles

Die Gruppe in Versailles

Ludwig XIV als Römer
Auf der Fahrt dort hin hat uns das Wetter ein wenig Regen
beschert, aber bei der Ankunft wurden wir von der Sonne und einem
kalten Wind begrüßt. Das Beziehen der Zimmer und das Kochen nahm
viel Zeit des Abends in Anspruch. Die Besichtigung des Pools und
der Umgebung folgten.
Am nächsten Tag stand wieder einmal ein Museumsbesuch an. Es
ging um die Beziehungen Deutschland und Frankreichs in der
Geschichte und bis zur Gegenwart. Danach hat es eine demokratische
Wahl bezüglich der weiteren Tagesplanung gegeben, die eindeutig
und lautstark für eine Fahrt nach Omaha Beach entschieden werden
konnte.

Omaha Beach
Auf dem Rückweg besuchten wir noch einen amerikanischen
Soldatenfriedhof der die Namen der Opfer der amerikanischen
Soldaten in Ehren hält. Der Abend klang langsam aus und der Tag
der Abreise stand bevor.

Soldatenfriedhof Normandie
Die Rückfahrt wurde pünktlich angetreten und nur durch kleine
Verzögerungen unterbrochen. Noch in Frankreich haben uns
Profilteile des linken Hinterreifens frühzeitig verlassen. Es
folgte, ein manueller Reifenwechsel auf einer französischen
Raststätte. Wir setzten die Fahrt fort, um in Belgien in einen
Stau zu geraten. Diese Zeitverzögerungen führten zur
unfreiwilligen Überschreitung der Lenkzeiten des Busfahrers und
so wurde etwa zwei Stunden vor dem Ziel noch ein Fahrerwechsel
vorgenommen. So kamen wir dann mit vierstündiger Verspätung
endlich an.
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