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Sechs Schüler und drei Lehrer des Gymnasiums
Ulricianum und der BBS II
werden sich in den Sommerferien gemeinsam mit Studenten der Universität
Jakutsk sechs Wochen lang auf die Spuren der Mammuts begeben.
Ausgangspunkt der Expedition wird die Stadt Jakutsk in der Republik
Jakutien sein, die Teil der Russischen Föderation ist. "Der
Prolog fand auf der Polarstern satt", erinnert Alexander
Stracke, Lehrer am Ulricianum an die Anfänge des Projekts
im Jahr 2002. Dort lernte der Mitorganisator der Wissenschaftstage
Dr. Christine Siegert kennen, die seit mehr als 30 Jahren in Jakutien
und in der Arktis forscht. Die Potsdamer Wissenschaftlerin stellte
den Kontakt zur Universität Jakutsk her. Dort war man sofort
"sehr angetan" von der Idee, die Delegation aus Aurich
mit auf die Expedition zu nehmen. "Die Universität legt
großen Wert auf die Öffnung nach Westen", so Stracke,
der sich als eine der drei Begleitpersonen auf die lange Reise
nach Sibirien machen wird. Laut Stracke umfasst die Expedition
drei Aspekte: In dem geo-ökologischen Schwerpunkt sollen
die Pflanzen der Tundra untersucht werden. "Da es in Jakutien
keine Eiszeit gab, gibt es dort besonders viele Reliktformen zu
entdecken", erklärt Stracke. Außerdem werden die
Auricher während der während der Steinzeit bewohnte
Höhlen im mittleren Teil des Flusses Lena erforschen. Die
Lena-Säulen, Sitz der jakutischen Götter, sind ein weiteres
Expeditionsziel und geben dazu Anlass, den Schamanismus kennen
zu lernen. "Es wird spannend sein, die Übergänge
vom Schamanismus zu unserer heutigen wissenschaftlichen Lebenswelt
zu erforschen", so Stracke, der sich über das "weite
Betätigungsfeld für die Schüler" freut. Das
Gebiet, in dem das Expeditionsteam sich bewegen wird, ist laut
Stracke kaum erschlossen: "Straßen gibt es nicht."
Die Fortbewegung werde deshalb mit Lastwagen und Flussschiffen
erfolgen, geschlafen werde in Zelten.
Für die Auricher ist es eine lange Reise nach Jakutsk. "Das
ist weiter als New York", schätzt Stracke. Ende Juni
werden sich die Schüler mit ihren Lehrern auf den Weg machen.
Mit dem Flugzeug geht es zunächst nach Moskau, wo die Auricher
in die sagenumwobene Transsibirische Eisenbahn umsteigen werden.
Zwei Wochen lang wird die Fahrt gen Osten dauern, vorbei an Omsk,
Nowosibirsk und dem Baikalsee, bevor man in Ust-Kut von Bord gehen
wird. Die Kosten für Anreise und Unterbringung übernehmen
die Auricher Wissenschaftstage. Doch Stracke erwartet, dass sich
die Expedition ebenso wie die Fahrt mit der Polarstern, finanziell
selbst trägt.
Die lange Anfahrt, laut Stracke ein "Abenteuer für sich",
ist ganz bewusst gewählt. "So können wir uns langsam
auf die uns fremde Kultur und Sprache einstellen."
Welche sechs Schüler ihn und seine Kollegen Friedrich Freudenberg
vom Ulricianum und Wolfgang Völckner, ehemals Lehrer an der
BBS II und Mitorganisator der Wissenschaftstage, begleiten werden,
wurde gestern Abend entschieden. Rund 20 Bewerber hat es gegeben.
Jeder hat eine schriftliche Bewerbung abgegeben und ein Vorstellungsgespräch
absolviert. Auswahlkriterien waren neben Motivation, fachlicher
Qualifikation und Belastbarkeit, vor allem die Teamfähigkeit
der Bewerber.
Am kommenden Freitag, 26. März, um 19.30 Uhr werden die ausgewählten
Schüler offiziell vorgestellt. An diesem Abend wird Christine
Siegert aus Potsdam anreisen und im Güterschuppen einen Vortrag
über das Forschungsgebiet Jakutien halten.
Mareike Aden, Ostfreesen
Blatt vom 20. März 2004
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