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Braungebrannt, erschöpft und gut
gelaunt: So kehrten gestern Abend die Sibirien-Reisenden des
Gymnasiums Ulricianum zurück nach Aurich. Erwartet wurde sie beim
Alten Bahnhof von Eltern, Geschwistern, Freunden und Kollegen. Ihnen
allen war die Erleichterung anzusehen, als der kleine Bus mit der
neunköpfigen Expeditionsgruppe schließlich bei beginnender
Dämmerung auf dem Parkplatz eintraf und besonders freudig begrüßt
wurde.

Zurück
in Aurich: Lehrer Wolfgang Völckner (von links), die Schüler
Bastian Frank, Matthias Harms, Alexander Börries, Maren Reder,
Karsten Penon sowie (dahinter) Lehrer Alexander Stracke und vorn,
mit dem Rentiergeweih, dessen zehnjähriger Sohn Konstantin.
Fast zwei Monate hatten die Schüler
Maren Reder, Matthias Harms, Bastian Frank, Elisabeth Kniss, Karsten
Penon und Alexander Börries sowie die Lehrer Alexander Stracke,
Wolfgang Völckner und Friedrich Freudenberg im sibirischen Jakutien
Forschungen betrieben (die OZ berichtete).
Ausgerechnet zwei Tage vor ihrem
Rückflug stürzten in Russland zwei Passagierflugzeuge ab. Doch die
Sorgen zu Hause in Aurich erwiesen sich als unbegründet. „Wir
hatten auch mit Kontrollen und Verzögerungen gerechnet“,
erzählte Lehrer Alexander Stracke, kaum dass er dem Bus entstiegen
war. „Wir hatten im Fernsehen von den Abstürzen gehört und waren
schon für unseren Rückflug entsprechend eingestimmt.“ Allzu
beruhigend war auch nicht, dass sie gestern Vormittag von dem
Moskauer Flughafen starteten, von dem am Dienstag auch die beiden
Unglücksmaschinen abgeflogen waren.
Dass die Ostfriesen bei ihrer Abreise
kaum kontrolliert worden waren, zeigte sich beim Entladen des
Gepäcks. Zu den Mitbringseln zählten unter anderem ein
Mammut-Backenzahn : „den haben wir selbst ausgegraben“ : und,
fest verschnürt, ein Rentiergeweih: das Geschenk eines jakutischen
Nomadenstammes.
Den Erzählungen der Reisenden war
vor allem eines zu entnehmen: Hinter ihnen liegenden zwei
entbehrungsreiche Monate: bescheidene Verpflegung aus Metalleimern,
tagelang nur Griesbrei, weil es kein Brot mehr gab, und
Wetterverhältnisse, bei denen die Temperaturen zwischen 35 und
sechs Grad schwankten.
An Luxus wie fließendes warmes
Wasser oder Duschen sei ohnehin nur selten zu denken gewesen,
erzählte Maren Reder. Und würden sie denn eine solche Reise noch
einmal machen? „Auf jeden Fall“, sagte Alexander Börries ohne
zu zögern.
Ostfriesen Zeitung,
27. August 2004 | Online
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