High School

Bei http://www.stiftung.koerber.de/tak/Specials/Highschool/high.htm haben wir interessante Informationen über das amerikanische Schulsystem gefunden:

In unserem Roman "Ein Schatten wie ein Leopard" hört sich das allerdings ganz anders an:

Das Amerikanische Schulsystem

Das amerikanische Schulsystem unterscheidet sich grundlegend vom deutschen. So beginnt die Karriere eines jeden Schülers in der sechsjährigen Elementary School. Daran schließt sich die High School von der 7. bis zur 12. Klasse an - mit der Junior High (7.-9. Klasse) und der Senior High (10.-12. Klasse). Ein dreigliederiges Schulsystem mit Gymnasium, Haupt- und Realschule gibt es in den USA nicht.

Die Unterrichtsfächer

An amerikanischen High Schools können Schüler mit Hilfe eines Guidance Counselors (akademischer Vertrauenslehrer) aus einem großen Angebot von Unterrichtsfächern auswählen, das je nach Größe der Schule ganze Listen füllen kann. Neben den obligatorischen Fächern wie z.B. Englisch, Mathe und Geschichte kann man zwischen weiteren, zum Teil ungewöhnlichen Veranstaltungen, wie z.B. Psychologie, Drama, Informatik, Journalismus, Automechanik, Marketing oder Tanz -und Gesangsunterricht wählen.

Extracurricular Activities

Neben dem Unterricht bietet jede Schule Sport- und Hobby-Veranstaltungen (extracurricular activities). Schüler treffen sich in Arbeitsgruppen wie "Newspaper" (Schülerzeitung), "School Television" (Schulfernsehen), "Theater" oder "Yearbook Staff" (Erstellen des Jahrbuchs einer Schule) und vertiefen so ihre persönlichen Interessen und
beteiligen sich aktiv am kulturellen Leben ihrer Schule. Daneben gibt es viele berufs- und zukunftsorientierte Clubs, wie z.B. den "Secretaries Club", "speech clubs" (freies Sprechen, Diskutieren und Parlieren) oder aber so etwas ungewöhnliches wie "American housewives of tomorrow". Diese Kurse finden meistens am Nachmittag nach dem regulären Unterricht statt.

Sport

Eine ganz besondere Rolle innerhalb einer High School spielt der Sport. Alle gängigen Sportarten, wie z.B. American Football, Baseball, Basketball, Fußball (in Amerika soccer genannt) etc, werden angeboten. Doch Sport ist nicht nur Spaß: Jeder Sportler hat 'seine' Schule bei Wettkämpfen siegreich zu verteidigen. Der school spirit, das Zusammengehörigkeitsgefühl, erhöht den sportlichen Ehrgeiz.
Wer hart trainiert und dabei auch noch erfolgreich ist, wird von seinen Mitschülern bewundert und von Lehrern gefördert. Bei den häufig landesweiten Schulwettkämpfen sorgen Cheerleader - auch mit artistischen Einlagen - für gute Stimmung.

Stundenplan

Der Stundenplan eines Schülers wiederholt sich täglich in identischer Reihenfolge, unterbrochen von kleineren Pausen und einem halbstündigen lunch break. Freistunden, in denen die Schüler sich selbst überlassen sind, gibt es keine. Wer seinen Stundenplan nicht mit genügend Kursen füllt, muß in der freien Zeit automatisch das "Fach" study hall belegen. Study hall ist kein richtiges Fach, sondern lediglich beaufsichtigte Arbeitszeit, in der die Schüler still Hausarbeiten erledigen können. Ähnlich wie bei deutschen Ganztagsschulen endet der Unterricht häufig erst am späten Nachmittag.
Gerade weil Schüler viel Zeit in der Schule verbringen und dort auch ihren Hobbys nachgehen, identifizieren sie sich weitaus mehr mit ihrer Lernstätte als Jugendliche in Deutschland.

Prom-Night

Krönenden Abschluß der schulischen Laufbahn bildet die Graduation, die mit einer besonderen Zeremonie eingeläutet wird und mit der Prom-Night, dem Abschlußball, endet. Die Prom ist, nicht nur für die graduates, der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres. Die Schüler bereiten einen Festsaal mit aufwendigen Dekorationen für den Ballabend vor oder mieten einen ausgefallenen Veranstaltungsort. Herausgeputzt mit Blumen im Knopfloch und zitternden Knien erscheint dann der junge High School Absolvent im Mietcabrio vor der Haustür seines auserwählten Traumdates, um die ebenso gestylte Schönheit zu diesem Ereignis auszuführen. Nicht selten entstanden schon hier 'links' für's Leben...

(Ramon ist Schüler einer "Junior High School")

".... Ramon saß verdrossen da und starrte auf die Tafel. Der Mathematiklehrer, Mr. Corsio, schlug mit der Handfläche auf sein Pult, aber das Geschwätz der Schüler hörte nicht auf.

»He, Leute! Ruhe!«, rief Corsio. »Habt ihr jetzt alles über Winkel, Seitenlänge, Winkel verstanden? Ich fordere einen von euch auf an die Tafel zu kommen und ein Dreieck zu zeichnen, das sich von diesem hier unterscheidet, aber dieselben Winkel und Seitenlängen hat. Irgend jemand!«

»He, Mr. Corsio!«, rief ein Junge aus dem hinteren Teil des Klassenzimmers. »Wie viel zahlen Sie mir, wenn ich's tu?«

»Na schön! Ich gebe jedem einen Dollar, der kommt und ein nicht kongruentes Dreieck mit gleichen Winkeln und Seitenlängen zeichnen kann.«

»He, Sie sind aber knausrig, Mann!«, rief der Junge. »Für'n Dollar kriegt man nicht mal mehr'n Joint.«

»Ein Dollar«, sagte Mr. Corsio. »Nimm ihn oder lass es bleiben.«

Der Junge ging zur Tafel, nahm die Kreide und begann einen Revolver zu zeichnen. Im Klassenzimmer flackerte Gelächter auf. Mann, hier kann ich überhaupt nichts lernen, dachte Ramon. Es ist stinklangweilig, dieses ganze Zeugs über blöde Dreiecke. Ich kann diesen ganzen Mist schon. Ich hab das in zwei Sekunden kapiert und er sagt das Gleiche immer und immer wieder.

»Was hat dieser Revolver mit Geometrie zu tun?«, fragte Mr. Corsio den jungen an der Tafel.

»Das ist der Revolver, mit dem ich gleich auf Sie zielen werd´, wenn Sie mir den Dollar nicht geben«, sagte der Junge.

»Soll das eine Drohung sein?«, fragte Mr. Corsio und hob die Stimme. »Willst du, dass ich den Polizisten von draußen hereinrufe? Willst du, dass ich ihm deinen Namen angebe, Johnson?«

»Das ist gar nicht mein Name, Mann!« Die Klasse brüllte vor Lachen. ...."

(S. 122f.)

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