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Artikel
aus dem Vereinsblatt der Upstalsboomgesellschaft
Zweieinhalbe
Monate dauerte die Reise einer ostfriesischen Auswandererfamilie
(Franzen) nach New Orleans, und immer noch waren 1200 bis 1400
Meilen bis zu dem geplanten Ziel zurückzulegen.. Am 28.Oktober 1849
war die Familie von Ostfriesland aufgebrochen, am 11. Januar
erreichte sie New Orleans, und der Senior schrieb von hier einen
Brief über die Strapazen und den Verlauf der Reise an seine zurückgebliebenen
Verwandten. Heute dauert ein Flug von Deutschland nach Amerika
weniger als 9 Stunden. Diese neue Möglichkeit, die Heimat der
Vorfahren zu besuchen, hat wohl dazu beigetragen, dass viele
Amerikaostfriesen die durch die Weltkriege unterbrochenen bzw.
verlorengegangenen Kontakte mit den deutschen Verwandten
wiederherzustellen versuchten,
und über die Besuche von Amerikaostfriesen in Ostfriesland
wird fast regelmäßig berichtet.
Im
Folgenden geht es vor allem um etwas anderes, nämlich um
Amerikaostfriesen und ihre Verbände im Internet.
„Welcome
to the Windmill. Moin! Greetings to all our Frisian/Ostfriesen cousins“,
so
wird der Besucher der Homepage der Windmill begrüßt. Auf der Titelseite prangt
nicht nur das ostfriesische Wappen in Farbe, sondern auch ein buntes
Bild der Zwillingsmühlen von Greetsiel, das Manfred Becker aus
Emden per E-Mail zur Gestaltung der Titelseite beigesteuert hat.

Die
Emminga Mühle in Golden/Illionois
Die
Web-Adresse:http://members.aol.com/gowindmill/index.html
(z. Zt. nicht online bzw. umgezogen) gehört zu einer
Zeitschrift The Windmill , „devoted
to exploring our Frisian/Ostfries/North German heritage, (Platt)
language, and history“. Sie will also das
friesische/ostfriesische/norddeutsche Erbe, die plattdeutsche
Sprache und die Geschichte erforschen. Von dieser Website aus kann
man auch mit einem Zusatzprogramm das Ostfriesenlied und das
Vaterunser auf Platt abrufen.
Bis
zum ersten Weltkrieg wurde in vielen amerikanischen Familien
ostfriesischer Herkunft Platt gesprochen, es gab sogar einen Ort, Golden in Illinois,
in dem Platt die Verkehrssprache war und Zuziehende neben dem
Englischen auch zweckmäßigerweise das ostfriesische Platt erlernen
mussten. New Ostfriesland wurde dieser Ort lange Zeit auch genannt.
Die Geschichte dieses Ortes, der für viele Ostfriesen der erste
Anlaufpunkt in Amerika war, bevor sie sich zu ihrem Ziel in Iowa,
Nebraska oder Texas oder anderswo im Westen aufmachten, ist seit
kurzem unter der Adresse http://rootsweb.com/~iladams/franken/neweastfriesland.html
im Internet abzurufen (unter dieser Adresse nicht mehr online) .
Seit
1972 gibt es keine deutschsprachige ostfriesische Zeitung mehr in
Amerika, aber seit einigen Jahren erscheint (außer dem oben
genannten „The Windmill“) vierteljährlich ein Blatt der Ostfriesen
Heritage Society in Grundy Center in Iowa, das Ostfriesen
„Neues Blatt“. Die Herausgeberin, Lillian Marks, ist
unter der e-mail-Adresse markstea@gcmuni.net
zu erreichen. Das „tea“ in der Adresse ist darin begründet,
dass Lillian Marks auch einen Laden und Versand von Ostfriesentee
und Teegeschirr betreibt. Im Internet ist sie unter der Adresse http://markstea.homestead.com/SiteMap.html
zu finden.
Die
ostfriesischstämmigen Mitglieder der Gesellschaft haben sich zum
Ziel gesetzt, den Jüngeren Kenntnisse über Ostfriesland, über die
Einwanderung und die plattdeutsche Sprache zu vermitteln. (Aber auch
Kochrezepte aus Ostfriesland, plattdeutsche Redewendungen mit Übersetzungen,
interessante Nachrichten über Ostfriesland und über
Auswandererschicksale enthält das Blatt.) In den Kirchen in dieser
Gegend werden bei
Besuchen aus Ostfriesland Gottesdienste auf Englisch und
Ostfriesisch abgehalten, und es gibt hier auch wieder einen
plattdeutschen Chor. Schwierigkeiten bereitet dabei die Schreibung
des Plattdeutschen, vor allem, weil die Aussprache eines Wortes im
Englischen aus der Schreibung, der Buchstabenfolge,
kaum zu erkennen ist. Viele der ostfriesischen Namen werden
in Amerika anders als bei uns ausgesprochen.
Auch diese Probleme werden sowohl in den genannten Blättern und
anderen Veröffentlichungen
(z.B. in denen der „Platt Düütsch Press, 10748 100th Street,
Alto, Mich. 49302“) wie auch im Internet behandelt, nämlich
in der Website von Folkhart unter der Überschrift „How do I spell
thee?“ (Wie buchstabiere (schreibe) ich dich? Web-Adresse: http://members.tripod.com/~FolkHart/platspel3.html
Auf
dieser Website befinden sich viele „OSSI URLs“, also
‚Links’, mit denen man nicht nur ‚ostfriesische’ Websites
aus Amerika aufrufen kann. u.a. Aurich-Markt, Ost-Friesland Online,
Osfreeske Taal Online, Sehenswürdigkeiten
in Aurich und
viele andere mehr. Auch Folkhart begrüßt die Besucher seiner
Homepage mit dem ostfriesischen Wappen und den Worten: „Welcome
to Folkhart’s Favorite Ossi/Germanic URLs!
Eine
große und nachhaltige Wirkung für die Entwicklung der Beziehungen
hatte der Besuch einer ostfriesischen Reisegruppe in Iowa im Jahre
1995, organisiert von der Ländlichen Akademie Krummhörn, bei dem
auch das Musical „Achter de sünn an“ |mehr
darüber| aufgeführt wurde.
Vor
allem nach Iowa sind die Kontakte durch Besuchergruppen aus
Ostfriesland wieder sehr intensiv, und die Vierteljahreschrift
„Ostfriesen ‚Neues Blatt’“ berichtet über die Besuche von
Pastor Hoogstraat aus Victobur,
von Helmut Fischer und der Volkshochschule in Norden, von der
Ländlichen Akademie Krummhörn, von dem Institut Routes to the
Roots unter der Leitung von Dr. Grams, Eielt Jürgens aus Leer, um nur einige zu nennen.
Über diese Besuchsreisen ist in der Presse mehrfach
berichtet worden.
Von
unschätzbarer Bedeutung für die Kontakte ist auch die Arbeit der
Forschungsstelle NAUSA (Niedersächsische Auswanderer in den USA) an
der Universität Oldenburg. Hier befinden sich viele Sammlungen von
Passagierlisten und andere Auswanderungsdokumente, die bei der
Erforschung der Familiengeschichten unentbehrlich sind. .
In
Amerika helfen verschiedene Gesellschaften bei der Spurensuche, u.a.
die
-
„Ostfriesen
genealogical Society of Minnesota, P.O.Box 16312, St. Paul, Im
Internet unter der Adresse: http://www.rootsweb.com/~mnogsm
E-Mail:
lstrong@concernet.com“;
-
die
„Ostfriesen Genealogical Society of George, Iowa, c/oJean Heibult,
2185 Monroe, Ashton, IA 51232“;
-
die
„Ostfriesen Heritage Society, 905 E. Ave., Grundy Center“,
-
und
“The Ostfriesen ancestral Research Assoc., Rev. Kenneth DeWall,
143 Virginia Ave. Bethalto, IL, 62010 Ph. 618-377-6393“.
(Sie
finden diese Anschriften im Internet, aber nicht alle sind über das
Internet zu erreichen. Weitere allgemeine genealogische
Gesellschaften finden Sie in „Cyndi’s List of Genealogy Sites on
the Internet, Web-Adresse: http://cyndislist.com
)
Auch
die genannten Zeitungen enthalten eine Rubrik: Genealogical Queries
(Genealogische Fragen).
Für
die Nachfahren von Einwanderern, die in Golden oder Umgebung, in
Adams Country, siedelten oder dort Zwischenstation machten,
empfiehlt es sich, diese Web-Site aufzusuchen: www.rootsweb.com/~iladams/adams/htm/
(unter dieser Adresse nicht mehr online)
Die
amerikanischen genealogischen Gesellschaften bedienen sich ebenso
wie die deutschen Forschungsstellen der Passagierlisten, der aus
Ostfriesland besorgten Ortssippenbücher, der Kirchenbücher bzw.
Kopien davon, der Einbürgerungslisten etc. Hilfreich ist auch ein
Buch eines ostfriesischstämmigen pensionierten Bankiers, Robert H.
Behrens, „We Will Go To A New Land“, das auch in der
Familienforschungsstelle der Upstalsboom-Gesellschaft vorliegt.
Herausgegeben wird das Buch von der Behrens Publishing Co. P.O. Box
984 Wentzville, Mo 63385-0984.
E-mail-Adresse: behrenspub@aol.com
Internet-Adresse:
http://www.hometown.aol.com/behrenspub/
Im
Staatsarchiv in Aurich sind außerdem auch die Anträge auf
Auswanderungserlaubnis und die Bescheide vorhanden.
Leider
sind die oben genannten Zeitschriften „The Windmill“ und
„Ostfriesen „Neues Blatt“ in der Landschaftsbibliothek in
Aurich nicht vorhanden. Auch können Anfragen in Englisch bei der
Upstalsboom-Gesellschaft, der Familienforschungsstelle neben dem Gebäude
der Ostfriesischen Landschaft am Fischteichweg in Aurich, nicht beantwortet werden.
1998
kam LaVerne Franken aus Quincy, Illinois, in Emden an, um in
Ostfriesland nach Spuren seiner Vorfahren zu suchen, die 1848 von
Ihlowerfehn aus nach Amerika auswanderten. Sie waren die ersten
Siedler in der South Prairie in Illinois. Später siedelten in
diesem Gebiet noch viele andere ostfriesische Auswanderer, weshalb
diese Gegend lange als New Ostfriesland bezeichnet wurde (s.o.) Bis
1915 wurde hier vorwiegend ostfriesisch Platt gesprochen, LaVerne
spricht und versteht weder Deutsch noch die ostfriesische Variante
des Plattdeutschen, was seine Reise und Spurensuche erheblich
erschwerte. Die Frankens in Amerika hatten seit langem keinen
Kontakt mehr zu den Verwandten in Ostfriesland. LaVernes Suche war
erfolgreich: Er fand nicht nur zahlreiche Verwandte; in der Kirche
von Ihlowerfehn las er zu seiner Überraschung eine Inschrift auf
dem Taufbecken, die besagte, dass seine Urgroßmutter dieses Becken
nach der Errichtung der Kirche 1902 gestiftet hatte.
Auf
einer eigenen Web-Site im Internet stellt LaVerne Franken die Ergebnisse seiner Recherchen vor, illustriert
mit Bildern auch aus Ostfriesland, z. B. dem Geburtshaus
seiner Vorfahren in Ihlow, der Kirche mit dem Taufbecken u.a.m.:
|here
is La Verne Franken's page|
Sicherlich
wären ihm seine Nachforschungen leichter gefallen, wenn er die
Sprache seiner Vorfahren beherrscht hätte. Im letzten Jahr wurde in
Golden, dem Geburtsort von LaVerne, die Ostfriesen Platt
Deutsch Society gegründet..
In
Golden gibt es auch eine Gesellschaft von traditionsbewussten Bürgern,
„The Golden Historical Society“, die auch die Restaurierung der
von dem Ostfriesen H. R. Emminga erbauten Windmühle betreibt. Die
Gesellschaft stellt sich im Internet vor unter der Web-Adresse: www.windmill.org/,
wo sie auch über den Fortgang der Restaurierung der Mühle
berichtet.
Eine
Anmerkung – vielleicht auch eine Anregung - zum Schluss: Flugzeug
und Internet haben Reisen von und nach Amerika und die Kommunikation
erheblich einfacher und billiger gemacht. Das Interesse von
Amerikanern an ihren Roots, ihren Wurzeln, ist sehr groß, wie die
vielen Buch- Zeitungs- und Internet- Veröffentlichungen zeigen.
Zahlreiche Besucher kommen aus Amerika in die Heimat Ihrer
Vorfahren, viele Ostfriesen besuchen
ihre Verwandten in Amerika. Fast immer geht ein Briefwechsel oder
eine Kontaktaufnahme voraus. Aber nicht immer war die Spurensuche
(und damit die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme) der
Amerika-Ostfriesen erfolgreich, wie die vielen Anfragen (genealogical
queries) zeigen. Aus Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen,
dass viele dieser Amerika-Ostfriesen zwar den Wunsch, aber nicht den
Mut haben, ohne Kenntnis der Sprache und ohne hinreichende Kenntnis
von den Reise- und Unterbringungsmöglichkeiten auf eigene Faust
nach Ostfriesland zu kommen, wobei auch die Kalkulierbarkeit der
Kosten eine Rolle spielt.
Als
ich von einem amerikanischen Paar gebeten wurde, ein preiswertes
Quartier zu besorgen, stellte ich fest, dass die Zimmervermittlung
der Gemeinden unter unterschiedlichen Bezeichnungen im Telefonbuch
zu finden war.
Ein
Ehepaar aus Denver hatte irgendwie meine E-Mail-Adresse bekommen,
und ich konnte bei der Hotelsuche in Aurich behilflich sein. Die
Ehefrau ist Innenarchitektin und kommt in regelmäßigen Abständen
zur Möbelmesse nach Köln. Als sie ihren Bekannten und Verwandten
von ihrer Absicht berichtet habe, dieses Jahr in Köln einen Wagen
zu mieten und auf eigene Faust nach Ostfriesland zu reisen, habe
dies ungläubiges Staunen ausgelöst. Ich habe sie hier mit Pastor
Hoogstraat in Victobur bekannt gemacht, und durch seine enorme
Hilfsbereitschaft haben sie etwas über ihre Vorfahren hier
herausgefunden. Sie haben angekündigt, im nächsten Jahr
wiederzukommen, und auch andere Verwandte wollen jetzt die Reise
wagen.
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"East Frisians in America"
Okke Bohlen family |here
are the web-pages|
Immigrating
to America: Diary of an East Frisian from 1851
|let
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The
Ostfriesen Pages (loads of material and information) |here
it is|
New
East Friesland Colony at Golden, Illinois |here
is La Verne Franken's page|
Ostfriesenlied
/ Oostfresenleed / East Frisian anthem - by Enno Hektor 25-Febr 1850 |let
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http://www.biermannfamilyhistory.com/Webpages/ostfriesensites.htm
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