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Sein Name ist Murat,
er ist 14 Jahre alt und hat schon über 150 Straftaten begangen.
Nachdem er unzähligen Sozialarbeitern und Pädagogen den letzten
Nerv raubte, wusste das Kölner Amtsgericht nicht mehr weiter und
schickte Murat nach Amerika/Pennsylvania in eine Erziehungsanstalt für
junge Gewalttäter namens Glen-Mills-School. Er hatte die
Entscheidung, entweder Knast in Deutschland oder Drill in den USA.
Das Motto in Glen
Mills lautet: „Forget about the past“.
Lass die Vergangenheit
hinter dir, guck nach vorne. Du hast zwar schlimmes getan, bist aber
kein schlechter Mensch.
Der Druck für die
Neuankömmlinge im Lager ist enorm.
Sie müssen das
Hemd in der Hose tragen, den Kamm in der Brusttasche, den Stuhl an
den Tisch stellen, sie dürfen beim Anstehen zum Essen nicht reden
und im Gespräch mit ranghöheren Jugendlichen müssen sie stramm
stehen. Jugendliche haben dort nämlich eine fast unerträgliche
wechselseitige Kontrolle. Wer sich in der Gruppe bewährt, kann
aufsteigen ins Glen Mills Parlament. Je mehr einer petzt und anschwärzt,
desto schneller erklimmt er die Leiter der Schulhierarchie. Glen
Mills hat einen sehr straffen Tagesablauf; z.B. auf Schulbesuch,
Berufsausbildung und Sport wird viel Wert gelegt.
Die Rückfallquote
hingegen liegt nur bei 30% im Gegensatz zum Knast wo sie bei 70%
liegt. Seit 1995 sind 40 Jugendliche auf die Glen-Mills-School
geschickt worden. Fast alle machten eine positive Entwicklung und
nur wenige sind rückfällig geworden.
Einer hatte vor
Glen Mills einen schlechten Hauptschul-Abschluss. Hat dann in den
USA 1 Jahr lang Automechaniker gelernt. Da er jedes Kfz-Teil auf
Englisch benennen konnte, ist er in Deutschland bei BMW eingestellt
worden.
Quelle: Frankfurter
Rundschau, 28. Januar 2003
zusammengefasst und
gekürzt von Klaas
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